Heilbronner Polizistenmord Ermittler tappen weiter im Dunkeln

Fast ein Jahr ist es her, dass in Heilbronn die Polizistin Michèle Kiesewetter mit einem Kopfschuss getötet wurde. Zwar fanden Kriminaltechniker am Tatort die DNA einer unbekannten Frau, doch noch immer fehlt von ihr jede Spur.


Heilbronn - Inzwischen sind die Ermittler der Sonderkommission "Parkplatz" rund 2400 Hinweisen nachgegangen, wie die Polizei am Mittwoch anlässlich des bevorstehenden ersten Jahrestages mitteilte. Die näheren Umstände der Tat sowie das Tatmotiv seien aber weiter unbekannt.

Die DNA-Spur einer Frau, die am Dienstwagen der getöteten Polizistin gefunden wurde, konnte nach wie vor keiner konkreten Person zugeordnet wurde. Den Angaben zufolge haben die Ermittler inzwischen in einem DNA-Massentest rund 600 straffällig gewordene Frauen in Baden-Württemberg überprüft, ohne dass es einen Treffer gab. Bei 200 weiteren Frauen stehen die Tests noch aus. Möglicherweise sollen zusätzlich auch Straftäterinnen in anderen Bundesländern überprüft werden.

Neue Erkenntnisse erhofft sich die Polizei von der Veröffentlichung eines Phantombildes von einem Mann, der im Oktober 2006 an einem Einbruch in Saarbrücken beteiligt gewesen sein soll. An einem am Tatort aufgefundenen Stein, mit dem eine Glastür eingeschlagen wurde, stellten Kriminaltechniker ebenfalls die DNA der unbekannten Frau fest. Die Spur wurde inzwischen bei 30 Straftaten im In- und Ausland sichergestellt, darunter mehrere Tötungsdelikte.

Beim Heilbronner Polizistenmord war am 25. April 2007 eine 22-jährige Polizistin im Dienst mit einem Schuss in den Kopf getötet worden. Ihr 25-jähriger Kollege wurde lebensgefährlich verletzt. Er kann sich an die Tat nicht erinnern.

jdl/ddp



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