Heilbronner Polizistenmord Neue Spur vom Phantom

Sie gibt der Polizei seit Jahren Rätsel auf: Die unbekannte Frau, die als mutmaßliche Polizistenmörderin von Heilbronn gesucht wird und viele weitere Verbrechen begangen haben soll. Jetzt haben die Ermittler eine neue DNA-Spur der Verdächtigen entdeckt - diesmal in Mannheim.


Mannheim - In Mannheim ist eine Spur der mutmaßlichen Polizistinnenmörderin von Heilbronn entdeckt worden. Sie wurde bei den Ermittlungen zu einer Bluttat gefunden, soll aber nicht damit in Zusammenhang stehen, wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Freitag mitteilten.

Die DNA-Spur war bei den Ermittlungen im Fall eines gewalttätigen Streits zwischen zwei Männern entdeckt worden. Ein 29-Jähriger hatte in der Wohnung im Stadtteil Neckarstadt bei einer Auseinandersetzung im Oktober 2008 einen sieben Jahre älteren Mann mit einem Küchenmesser am Hals verletzt. Bei der Spurensicherung waren die Ermittler auf die DNA der "unbekannten weiblichen Person" an der Wohnungstür des 29-Jährigen gestoßen. Die Männer hätten bislang keine Angaben dazu gemacht, sagte ein Polizeisprecher.

Staatsanwaltschaft und Polizei gingen allerdings davon aus, dass die aktuelle Spur der mutmaßlichen Mörderin nicht im Zusammenhang mit dem Streit der Männer steht, hieß es. Wann sich das "Phantom" in dem Mannheimer Haus aufhielt, ließe sich nicht bestimmen. Die Beamten hätten Speichelproben der Bewohner genommen und diese befragt. "Wir wollen sicherstellen, dass die DNA zu keinem der Bewohner gehört", hieß es bei der Polizei in Heilbronn. Die Auswertung der Speichelproben wird laut Polizei noch ein paar Tage andauern

Bei dem Polizistenmord in Heilbronn war am 25. April 2007 eine 22-jährige Beamtin mit einem Kopfschuss getötet worden. Ihr 25-jähriger Kollege wurde lebensgefährlich verletzt und kann sich an das Geschehen nicht erinnern. Die gesuchte Frau konnte bislang nicht identifiziert werden. Sie hat ihre DNA am Tatort des Heilbronner Polizistenmordes und an rund 30 weiteren Tatorten im In- und Ausland hinterlassen, darunter auch bei anderen Mordverbrechen.

So wird die "Phantommörderin" auch mit den Morden an einer Rentnerin in Idar-Oberstein 1993 und an einem Rentner in Freiburg 2003 in Verbindung gebracht. Sie hinterließ ihren genetischen Fingerabdruck rund 40 Mal in Deutschland, Frankreich und Österreich. Für Hinweise zur Ergreifung der Heilbronner Polizistenmörderin sind mittlerweile 300 000 Euro zur Belohnung ausgesetzt.

sac/ddp/dpa/ap



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