Helg S. Anklage gegen mutmaßlichen Klatten-Erpresser erhoben

Betucht, betört, betrogen: Im Erpressungsfall der Milliardärin Susanne Klatten hat die Staatsanwaltschaft München I einem Zeitungsbericht zufolge Anklage gegen Helg S. erhoben. Der Schweizer soll bis zu 290 Millionen Euro von der BMW-Großaktionärin verlangt haben.


München - Der in München in Untersuchungshaft sitzende Helg S. wird sich nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" nicht nur wegen der Erpressung der Milliardärin, sondern auch wegen Erpressung dreier weiterer wohlhabender Frauen vor Gericht verantworten müssen.

Milliardärin Klatten: Kompromittierende Bilder
DDP

Milliardärin Klatten: Kompromittierende Bilder

Auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE wollte sich ein Behördensprecher nicht zu dem Vorgang äußern: Erst müsse die Anklageschrift bei Gericht eingegangen sein, sagte er. Der Schweizer S. wird laut "SZ" wegen versuchter Erpressung in zwei Fällen und vollendeten Betrugs in vier Fällen angeklagt. Der Prozess soll im März beginnen.

Dem Bericht zufolge versuchte der ehemalige Liebhaber Klattens die 46-Jährige um deutlich mehr Geld als bisher bekannt zu erpressen. Er soll von der verheirateten Mutter von drei Kindern bis zu 290 Millionen Euro wegen kompromittierender Bilder von Treffen der beiden verlangt haben.

Sieben Millionen Euro soll Klatten S. demnach bezahlt haben, um S. in einem von ihm frei erfundenen Schadensersatzprozess zu unterstützen. Die Frau eines Möbelherstellers soll dem Schweizer 2,1 Millionen Euro für eine ähnliche Lügengeschichte gegeben haben. Bevor er im Juli 2007 die Affäre mit Klatten begann, soll S. zwei weitere Frauen erpresst haben.

Bisher ist noch offen, ob die BMW-Großaktionärin und die anderen Frauen als Zeuginnen in dem Prozess aussagen müssen.

Dies hängt nach Angaben der Staatsanwaltschaft vom Aussageverhalten des Beschuldigten ab. Sollte dieser ein umfassendes Geständnis ablegen, könnte auf die womöglich peinliche Befragung zu den Affären verzichtet werden. Der mutmaßliche Erpresser war durch eine Anzeige Klattens aufgeflogen.

jdl/AFP

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