Lösegeld von Reemtsma-Entführung 62-Jähriger soll Hells Angels erpresst haben

Horst R. soll von zwei Hells Angels gut 80.000 Euro erpresst haben - mit angeblichem Wissen über die mutmaßliche Verwicklung der Rocker in die Wäsche des Reemtsma-Lösegelds. Nun muss sich der 62-Jährige vor Gericht verantworten.
Angeklagte Horst R., Schwester Karin T.: Vor Gericht in Aachen

Angeklagte Horst R., Schwester Karin T.: Vor Gericht in Aachen

Foto: Marius Becker/ dpa

Aachen - Weil Horst R. zwei Mitglieder der Hells Angels aus dem Frankfurter Rotlichtmilieu erpresst haben soll, steht er nun vor dem Landgericht Aachen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 62-Jährige und seine Schwester Karin T. mit ihrem angeblichen Wissen, die Rocker hätten das Lösegeld aus der Reemtsma-Entführung gewaschen, die beiden Hells Angels unter Druck setzten.

Horst R. soll von 2008 bis 2014 für sein Schweigen gut 80.000 Euro erhalten haben. (Mehr über den Fall lesen Sie im aktuellen SPIEGEL.) Laut Staatsanwaltschaft bekam er von 2008 bis 2014 bis zu 3000 Euro pro Monat. Der Angeklagte hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert. Seine wegen Beihilfe mitangeklagte Schwester bestreitet die Vorwürfe.

Der Hamburger Millionär Jan Philipp Reemtsma wurde im Frühjahr 1996 gekidnappt. Er kam erst Wochen später gegen die Zahlung eines Lösegelds von 15 Millionen D-Mark und 12,5 Millionen Schweizer Franken frei. Bis heute fehlt von einem Großteil der Beute jede Spur.

ulz/dpa
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