Hells Angels in Göttingen Niedersachsen verbietet erstmals einen Rockerclub

Wegen des Verdachts der versuchten Erpressung hat Niedersachsen die Hells Angels in Göttingen verboten. Es ist das erste Verbot, das das Bundesland gegen einen Rockerclub verhängt. Zuvor hatte es eine Razzia gegeben.
Mitglied der Hells Angels: Göttinger Rockerclub ist nun verboten worden

Mitglied der Hells Angels: Göttinger Rockerclub ist nun verboten worden

Foto: Franz-Peter Tschauner/ picture alliance / dpa

Hannover - Erstmals ist in Niedersachsen ein Rockerclub verboten worden, die Hells Angels in Göttingen. Hintergrund ist ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der versuchten Erpressung, unter anderem gegen den Anführer des Clubs. Dieser sitze derzeit in Untersuchungshaft, sagte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius. Die Polizei habe auch Erkenntnisse über Straftaten anderer Hells-Angels-Mitglieder.

Kurz vor der Bekanntgabe des Verbots hatte die Polizei eine Razzia gestartet. 330 Polizisten durchsuchten in Niedersachsen 16 Häuser. Ziel des Einsatzes war nach Angaben von Pistorius die Beschlagnahmung von Vereinsvermögen. Über die Aktion und das Verbot des Clubs hatte zunächst der Norddeutsche Rundfunk berichtet.

Anders als in einigen anderen Bundesländern gab es in Niedersachsen bisher kein Verbot eines Rockerclubs. Die Hells Angels in Hannover mit ihrem derzeit in Spanien in Untersuchungshaft sitzenden früheren Chef Frank Hanebuth lösten sich 2012 selbst auf. Auch hier hatte es vorher eine Polizeirazzia gegeben: GSG-9-Spezialkräfte seilten sich von einem Hubschrauber ab und stürmten in Hanebuths Anwesen bei Hannover.

jbe/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.