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20. Mai 2019, 13:57 Uhr

Hemmingen bei Hannover

Unbekannte sollen antisemitischen Angriff auf Wohnhaus verübt haben

Ein Ehepaar aus Niedersachsen ist offenbar Opfer eines antisemitischen Angriffs geworden. Eine Fußmatte wurde angezündet und das Wort "Jude" an das Haus gesprüht. Der Staatsschutz ermittelt.

In Hemmingen bei Hannover hat es einen mutmaßlich antisemitisch motivierten Angriff gegeben. Eine Fußmatte vor der Haustür sei angezündet worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Es werde wegen versuchter schwerer Brandstiftung ermittelt. Zudem sei mit roter Farbe an die Tür des Hauses und an einen nah gelegenen Schrebergarten der Bewohner das Wort "Jude" gesprüht worden.

Die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" ("HAZ") hatte zuvor über den Angriff in der Nacht zum Samstag berichtet. Demnach handelt es sich bei den Bewohnern um ein Ehepaar, das zurückgezogen lebt und in der jüdischen Gemeinde kein Amt innehat.

"Wir nehmen den Fall sehr ernst", sagte Oberstaatsanwalt Thomas Klinge. Die Polizei habe noch am Wochenende in der Nachbarschaft nach Zeugen gesucht. Der Staatsschutz ermittelt.

Rebecca Seidler von der liberalen jüdischen Gemeinde Hannover will laut "HAZ" den Zentralrat der Juden in Deutschland und den Beauftragten der Bundesregierung für den Kampf gegen Antisemitismus über den Angriff informieren.

Im vergangenen Jahr war in Niedersachsen die Zahl der antisemitischen Straftaten laut Innenministerium von 129 auf 99 gesunken. Bundesweit hatte ihre Zahl dagegen im Vergleich zum Vorjahr um 19,6 Prozent zugenommen. 2018 wurden 1799 antisemitische Straftaten erfasst.

bbr/dpa

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