Grönemeyer-Prozess Anklage fordert Bewährungsstrafen für Fotografen

Wegen eines Streits mit Herbert Grönemeyer stehen zwei Fotografen vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft verlangt, die Angeklagten schuldig zu sprechen - unter anderem wegen falscher Verdächtigung.

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Im Verfahren gegen zwei Pressefotografen wegen falscher Beschuldigungen gegen Herbert Grönemeyer hat die Staatsanwaltschaft für beide Angeklagten achtmonatige Bewährungsstrafen gefordert. Die Verteidigung plädierte hingegen auf Freispruch für die 37 und 39 Jahre alten Männer.

In dem Verfahren geht es um eine Begegnung auf dem Flughafen Köln/Bonn im Dezember 2014. Auf einem im Internet veröffentlichten Video, das einer der beiden Fotografen gemacht hatte, ist zu sehen, wie Grönemeyer auf ihn zuläuft und ruft: "Fuck off! Fuck off! Ich bin privat hier, du Affe!" Anschließend läuft Grönemeyer auf den anderen Fotografen zu und packt ihn anscheinend im Nacken. Der Mann geht zu Boden, Grönemeyer ruft: "Geh nach Hause!".

Die beiden Fotografen zeigten den Musiker hinterher an und behaupteten, er habe sie angegriffen und verletzt. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft wollten die beiden Männer Grönemeyer hingegen bewusst provozieren und zu einem Ausraster verleiten. Der Sänger habe mit seinem Vorgehen lediglich verhindern wollen, dass von seiner Lebensgefährtin und seinem Sohn Fotos gemacht wurden. Er habe sich in einer Nothilfe-Situation befunden.

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Rechtsstreit mit Fotografen: Der Grönemeyer-Prozess

Die Staatsanwaltschaft beschuldigt die beiden Fotografen zudem, die körperliche Attacke erfunden zu haben, die Männer müssen sich daher wegen falscher Verdächtigung und uneidlicher Falschaussage verantworten. Die Verteidiger der beiden bestreiten, dass die Angeklagten Grönemeyer planmäßig provoziert hätten.

Die falsche Darstellung sollen sie dabei auch in einem Zivilprozess wiederholt haben, den Grönemeyer wegen Berichten über den Vorfall am Flughafen gegen einen Zeitungsverlag führte und 2017 gewann. Nach Begutachtung von Videos und Fotos sahen es die Richter damals als erwiesen an, dass die Aussagen der Fotografen nicht der Wahrheit entsprachen und Grönemeyer in seinen Persönlichkeitsrechten verletzten (mehr über den Fall erfahren Sie hier).

Vor einer Woche hatte der Musiker selbst vor Gericht seine Version des Geschehens geschildert: "Ich war schwerstens geschockt, es war wie ein Anschlag", sagte der Sänger. "Das hat mich bestimmt Monate begleitet." Grönemeyer bestritt, die beiden Fotografen geschlagen, gewürgt oder gar verletzt zu haben: "Ich werd ja nicht übergriffig", sagte er.

Einer der beiden Angeklagten hatte in dem aktuellen Verfahren ausgesagt, Grönemeyer habe ihn auf den Kopf geschlagen, am Hals gepackt und zu Boden gedrückt, sodass bei ihm Schwellungen und Rötungen zurückgeblieben seien. Der andere Fotograf sagte aus, er sei von Grönemeyer gepackt und mit der Hand im Gesicht getroffen worden. Von der Begegnung habe er eine Prellung, eine Schürfwunde sowie Schmerzen zurückbehalten.

Das Urteil in dem Prozess soll am 7. März verkündet werden.

mxw/dpa

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