Prügelattacke auf Autofahrer Polizist wegen Gewalt bei Verkehrskontrolle vor Gericht

Weil er Pfefferspray und Hiebe gegen einen Autofahrer eingesetzt haben soll, steht ein Polizist in Herford vor Gericht. Das Verfahren gegen einen Kollegen wurde eingestellt.


Ein Polizist muss sich vor dem Amtsgericht Herford verantworten, weil er bei einer Verkehrskontrolle einen Autofahrer geschlagen und verletzt haben soll. Das Verfahren gegen einen zweiten Beamten, der wegen Beihilfe zur Körperverletzung angeklagt war, wurde gegen Zahlung einer Geldauflage von 4000 Euro eingestellt. Dieser 36-jährige Polizist hatte ausgesagt, die Situation falsch eingeschätzt zu haben - er habe nur seinen Kollegen sichern wollen.

Sein vier Jahre älterer Kollege muss sich weiterhin wegen Körperverletzung verantworten. Ihm wirft die Staatsanwaltschaft vor, bei einem Einsatz in Herford vor knapp zwei Jahren grundlos einen Autofahrer geschlagen und Pfefferspray eingesetzt zu haben.

Der Angeklagte gab vor Gericht an, es habe der Verdacht bestanden, dass der Autofahrer eine Straftat verdecken wollte. Vom Fahrer und einem herbeigerufenen Cousin habe er sich bedroht gefühlt.

Der Fall hat eine Vorgeschichte vor Gericht. Die beiden Polizisten hatten ihrerseits ein Strafverfahren gegen den Fahrer und dessen Cousin veranlasst. Im Laufe dieses Prozesses stellte sich aber heraus, dass ein Beweisvideo aus dem Streifenwagen nur einen Teil der Auseinandersetzung zeigte. Der Autofahrer wurde freigesprochen. Danach wurden die beiden Polizisten angeklagt.

wit/dpa



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