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Tatverdächtiger von Herne: Festnahme im Schnellimbiss

Foto: Roland Weihrauch/ dpa

Herne Täter stellt sich, eine männliche Leiche gefunden

Bei der Suche nach dem Kindermörder hat die Polizei in Herne den tatverdächtigen Marcel Heße festgenommen. In einer Wohnung hat sie eine weitere Leiche entdeckt.

Bei der Person, die auf der Suche in Herne nach dem Mörder des Neunjährigen festgenommen wurde, handelt es sich zweifelsfrei um Marcel Heße. Das bestätigte die Polizei Dortmund.

Der Tatverdächtige stellte sich der Polizei in einem Schnellimbiss im nordrhein-westfälischen Herne. "In dem Imbiss hat die Person gesagt: 'Ich bin der Gesuchte. Bitte rufen Sie die Polizei'", sagte ein Polizeisprecher.

Bei der Festnahme gab der Verdächtige Hinweise auf einen Brand in einem Wohnhaus in der Nebenstraße, in einer Wohnung fand die Polizei eine männliche Leiche. Zunächst war die Rede von zwei Toten gewesen, später korrigierte sich die Polizei jedoch. Über die Identität des Toten machte die Polizei zunächst keine Angaben. Unklar ist auch, wie es zu dem Brand in Herne kam.

Bereits während der Fahndung prüfte die Polizei Hinweise auf ein weiteres Opfer. Ein User hatte sich demnach in einem Internet-Chat als der Kindermörder ausgegeben und dort beschrieben, wie er eine Frau überwältigt habe, um an Daten für einen Bankzugang sowie Computer und Telefon zu kommen. Ob es sich bei dem User wirklich um Marcel Heße handelt, ist nicht bekannt.

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Tatverdächtiger von Herne: Festnahme im Schnellimbiss

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Die Polizei verschob in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Bochum eine zunächst für Mitternacht anberaumte Pressekonferenz auf Freitagnachmittag. Der Festgenommene werde nun vernommen. Die Nacht verbrachte er in einer Polizeizelle.

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Mehreren Hinweisen war die Polizei am Donnerstag mit einem Großaufgebot nachgegangen. So waren in Wilnsdorf bei Siegen viele Beamte mehrere Stunden lang mit einem großen Aufgebot rund um einen Autohof im Einsatz.

Die Polizei hatte in den vergangenen Tagen unter Hochdruck nach dem 19-Jährigen gefahndet. Auch Hunde und Hubschrauber waren im Einsatz. Bis Donnerstagabend waren bereits mehr als 1400 Hinweise eingegangen. Dennoch konnte sich Marcel Heße drei Tage lang verstecken.

Zahlreiche Beamte durchsuchten nach einem Hinweis auf den 19-Jährigen ein Krankenhaus in Mönchengladbach. In Mönchengladbach meldete sich auch ein Jugendlicher, um eine Verwechslung aufzuklären. Er war am Vorabend auf dem Bahnhof fotografiert und für den Gesuchten gehalten worden. Doch schließlich kamen die Fahnder zu dem Schluss, es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass Marcel Heße sich in der Region aufhalte.

Ein Neunjähriger war am Montagabend erstochen im Keller seines Nachbarn Marcel Heße gefunden worden. Nach Angaben der Polizei verbreitete der 19-Jährige Fotos im Darknet, die ihn neben dem toten Kind zeigen. Heße soll den Jungen unter einem Vorwand in sein Haus direkt nebenan gelockt haben.

Die Familie des Neunjährigen reagierte erleichtert auf die Festnahme des mutmaßlichen Mörders. "Sie sind froh, dass er gefasst worden ist", sagte ihr Anwalt Reinhard Peters. Die Festnahme helfe den Angehörigen, mit der Sache fertig zu werden. Nun stehe die Frage nach dem Warum im Vordergrund.

fbö/pem/dpa
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