Sicherheit von Geflüchteten aus der Ukraine Mann soll Ukrainerin vergewaltigt haben, die bei ihm unterkam

Ein 43 Jahre alter Mann aus Herne sitzt in Untersuchungshaft, weil er eine ukrainische Geflüchtete vergewaltigt haben soll. Die 25-Jährige und ihr Sohn sollen durch eine private Vermittlung bei ihm Schutz gesucht haben.
Dem mutmaßlichen Opfer gelang es, Angehörige per Handy zu warnen: Junge Frau mit Kind an der rumänisch-ukrainischen Grenze (Symbolbild)

Dem mutmaßlichen Opfer gelang es, Angehörige per Handy zu warnen: Junge Frau mit Kind an der rumänisch-ukrainischen Grenze (Symbolbild)

Foto: Daniel Mihailescu / AFP

Sie und ihr Sohn flohen vor dem Krieg, er soll die Lage ausgenutzt haben: Ein 43 Jahre alter Mann aus Herne sitzt wegen des Verdachts der Vergewaltigung einer aus der Ukraine geflüchteten Frau in Untersuchungshaft. Das bestätigte die zuständige Staatsanwaltschaft in Bochum dem SPIEGEL.

Zuerst hatte der »Kölner Stadtanzeiger«  über den Fall berichtet. Der erst jetzt bekannt gewordene Vorfall ereignete sich vor einigen Wochen, in der Nacht vom 17. auf den 18. März. Der Mann wurde bereits am Tag darauf festgenommen. Laut Staatsanwaltschaft ist er nicht einschlägig vorbestraft.

Geflüchtete Frauen und Kinder »ideale Opfer«

Die 25-jährige Ukrainerin war laut Medienberichten mit ihrem Sohn vor dem Krieg in ihrem Heimatland geflüchtet und danach durch private Vermittlung bei dem Beschuldigten aus Herne untergekommen. In seiner Wohnung soll der 43-jährige Mann das Opfer dann sexuell missbraucht haben.

Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mitteilte, sei es der jungen Frau gelungen, Angehörige per Mobiltelefon zu informieren. Diese hätten dann die Polizei alarmiert, die den Verdächtigen festnahm. Die Ermittlungen in den Fall dauerten an, so die Staatsanwaltschaft.

In Nordrhein-Westfalen wäre es der zweite bekanntgewordene Vergewaltigungsfall einer geflüchteten Ukrainerin seit Ausbruch des Krieges. Auf einem Hotelschiff in Düsseldorf soll vor Wochen eine 18-Jährige von zwei Männern sexuell missbraucht worden sein. Auch hier sind die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen.

Die Sicherheit von aus der Ukraine geflüchteten Frauen und Kindern ist seit einiger Zeit Thema bei den Sicherheitsbehörden – allerdings vor allem im Bereich der organisierten Kriminalität. So warnte die Bundespolizei in den vergangenen Wochen vor allem am Berliner Hauptbahnhof vor Männern, die versuchen, aus der Ukraine geflüchtete Frauen bei sich aufzunehmen.

Es sei zu befürchten, dass es zu Menschenhandel und Zwangsprostitution komme, hieß es. Auch Europol warnte vor solchen Szenarien – Frauen und Kinder seien für Menschenhändler »ideale Opfer«, hieß es.

has/dpa
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