Herz gegen Hetze Polit-Aktivistin in Bautzen angezeigt

Friedensaktivistin Irmela Mensah-Schramm übersprühte ein demokratiefeindliches Graffiti mit einem roten Herz. In Bautzen hat sie dafür nun ein Polizist angezeigt.

Aktivistin Irmela Mensah-Schramm (Archiv)
DPA

Aktivistin Irmela Mensah-Schramm (Archiv)


Die Berliner Menschenrechtsaktivistin Irmela Mensah-Schramm ist nach eigenen Angaben erneut wegen Sachbeschädigung angezeigt worden. In Bautzen habe sie ein Polizist Ende Oktober beim Übersprühen von Naziparolen auf einem Verteilerkasten beobachtet. "Der Polizist beschimpfte mich als kriminell und nahm mir die Farbdose ab. Auch die umstehenden Bürger pöbelten mich an. Das habe ich so noch nie erlebt", sagte Mensah-Schramm.

Die 70-jährige Mensah-Schramm reist seit 30 Jahren quer durch die Republik, um das Land von Hass zu befreien. Mit allerlei Werkzeug kratzt sie Hakenkreuz-Aufkleber von Parkbänken, schrubbt Pöbeleien von Bushaltestellen - und übersprüht Hetze gegen Flüchtlinge. Bereits zum dritten Mal machte sie in Bautzen Halt. Die Stadt gerät wegen fremdenfeindlicher Übergriffe immer wieder in die Schlagzeilen.

Ein Polizeisprecher bestätigte die aktuelle Anzeige. "Selbst wenn beste Absichten dahinter stehen, handelt es sich um eine Straftat. Die Kriminalpolizei ermittelt, dann wird sich die Staatsanwaltschaft kümmern." Nach Angaben der Dresdner Nachrichtenseite "Tag 24" hatte Mensah-Schramm beim rechten Graffiti "Demokratie=Volkstod" das Wort "Volkstod" mit einem roten Herz übersprüht.

Erst Anfang Oktober erhielt sie in Berlin einen Strafbefehl wegen des Übermalens von Hassparolen. Gegen das Urteil über die Zahlung von 1800 Euro legte sie Widerspruch ein. Für ihr Engagement gegen rechts erhielt Mensah-Schramm bereits die Bundesverdienstmedaille, den Göttinger Friedenspreis und den Dresdner Erich-Kästner-Preis.

Videoporträt über Mensah-Schramm: "Mit Nichtstun kann man nichts erreichen!"

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apr/dpa

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