Gratisfahrten für Soldaten Falscher Viersterne-General beim Schwarzfahren erwischt

An seiner Schulterklappe prangten goldene Sterne - ein General war er trotzdem nicht: Hessische Polizisten haben einen Hochstapler erwischt, der kostenlos Bahnfahren wollte. Er wählte einen Rang, den derzeit nur drei Männer bekleiden.
Soldaten am Bahnhof (Symbolbild)

Soldaten am Bahnhof (Symbolbild)

Foto: ARNULF HETTRICH / IMAGO IMAGES

Die Polizei in Hessen hat eine kuriose Methode des Schwarzfahrens aufgedeckt, die für einen 49-jährigen Berliner nun recht empfindliche Folgen haben könnte. Bereits am Donnerstag hatte der Mann in einem ICE von Frankfurt in Richtung Norden versucht, sich als ranghoher Bundeswehr-General eine Gratisfahrt zu erschleichen.

Für seine Betrugsmasche hatte der Mann einigen Aufwand betrieben. Vermutlich im Militaria-Handel kleidete er sich in eine Bundeswehr-Uniform ein und heftete sich auch noch die Schulterklappen eines Viersterne-Generals an - dem höchsten Rang der Truppe.

Als ein Zugbegleiter den Berliner auf seine Fahrkarte ansprach, tippte der Fahrgast nur lächelnd auf seine mit goldenen Sternen versehene Schulterklappen. Im Prinzip war der Trick nicht schlecht: Da Soldaten in Uniform seit Anfang des Jahres kostenfrei mit der Bahn fahren können, nahm der Mann offenbar an, dass er durch seine Verkleidung gratis nach Berlin komme.

Die Zugbegleiter aber kauften dem Berliner seine Masche nicht ab. Schon nach kurzer Zeit konnte die gerufene Polizei feststellen, dass der Fahrgast weder Soldat und erst recht nicht Viersternegeneral ist. Vermutlich hätte auch schon eine schnelle Google-Recherche den Betrugstrick entlarvt, schließlich hat die Bundeswehr nur drei Viersternegenerale. Zu der erlesenen Gruppe gehört der Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn.

Für den Berliner könnte die Aktion ernste Folgen haben. Die Polizei fertigte nicht nur eine Anzeige wegen Schwarzfahrens, sondern auch wegen Missbrauchs von Titeln, Berufsbezeichnungen und Abzeichen. Bei einer Verurteilung droht ihm eine Geld- oder sogar eine Bewährungsstrafe. Erst einmal aber ließen die Beamten den falschen General nach der Klärung seiner wahren Identität ziehen.

mgb/jpz
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