Hessen Polizei beendet Geiselnahme

Mit einem gezielten Schuss auf den Täter hat die Polizei eine mehrstündige Geiselnahme in Königstein im Taunus beendet und den Täter überwältigt. Die ganze Nacht hatte der 35-Jährige eine Nachbarin mit einem Messer bedroht. Das Motiv des Mannes ist noch immer unklar.


Königstein - Um 5.08 Uhr beendete das Spezialkommando aus Frankfurt am Main die rund zwölfstündige Geiselnahme in einem Mehrfamilienhaus im Stadtteil Schneidhain. Der Geiselnehmer wurde von einer Kugel in die Schulter getroffen. Am frühen Abend hatte der betrunkene Mann die 69 Jahre alte Frau, die unter ihm wohnte, in seine Gewalt genommen. Die Geisel erlitt nach Angaben der Frankfurter Polizei einen Schock.

Polizeibeamte verlassen den Tatort: Die Geiselnahme in Königstein im Taunus dauerte rund zwölf Stunden
DPA

Polizeibeamte verlassen den Tatort: Die Geiselnahme in Königstein im Taunus dauerte rund zwölf Stunden

Der Täter ist nach Angaben der Polizei vermutlich psychisch krank. Zunächst erklärte er, er habe die Frau verletzt, und weigerte sich, die Wohnung zu verlassen. Er drohte mit einem Gewaltverbrechen. In der Vergangenheit war der Mann bereits mehrmals wegen Drogen-, Eigentums- und Gewaltdelikten aufgefallen.

Alle Versuche der Beamten, den Mann zur Aufgabe zu bewegen, schlugen fehl. Als die Polizei keine andere Möglichkeit mehr gesehen habe, sei der Täter mit einem gezielten Schuss außer Gefecht gesetzt worden, erklärte der Polizeisprecher. Sowohl der Täter als auch das Opfer kamen nach Ende der Geiselnahme in ärztliche Behandlung. Schon kurz nach Beginn des Geschehens wurden mehrere Rettungswagen vor dem Wohnhaus postiert. Einige Hausbewohner mussten ihre Wohnungen verlassen und die Nacht in einem Heim des Roten Kreuzes verbringen.

Die Polizei hatte das Gelände um den Tatort im Umkreis von etwa 200 Metern abgesperrt. Zahlreiche Schaulustige harrten die ganze Nacht vor den Absperrungen in dem ruhigen Wohngebiet aus. Der Täter lebte nach Angaben einer Zeugin schon einige Jahre in dem Mehrfamilienhaus.

han/dpa/AP



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