Hessen Polizeianwärter sollen rassistische Nachrichten verschickt haben

Sechs Polizeianwärter aus dem hessischen Mühlheim sollen per WhatsApp-Gruppe rassistische Nachrichten ausgetauscht haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt - die Verdächtigen wurden entlassen.

Polizisten in Frankfurt (Symbolbild): Polizeianwärter sollen rassistische Nachrichten verbreitet haben
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Polizisten in Frankfurt (Symbolbild): Polizeianwärter sollen rassistische Nachrichten verbreitet haben


Bereits im August war bekannt geworden, dass ein Polizist aus dem hessischen Mühlheim rechtsextreme Inhalte per Chat verschickt haben soll. Nun ermittelt die Frankfurter Staatsanwaltschaft in einem ähnlichen Fall gegen sechs mittlerweile entlassene Polizeianwärter - ebenfalls aus Mühlheim.

Die Verdächtigen sollen rassistische Botschaften ausgetauscht haben. Das sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Wiesbaden. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) hatte zuvor berichtet, die Anwärter hätten während ihrer Ausbildung über eine WhatsApp-Gruppe Bilder herumgeschickt, "die mindestens menschenverachtend sind, zu großen Teilen aber vor allem rassistisch und antisemitisch".

Der Sprecher erklärte, mit der Entlassungsentscheidung habe eine Übernahme in den Landesdienst der Polizei sowie eine Verbeamtung ausgeschlossen werden sollen.

Mehrere Fälle in der hessischen Polizei

Vor wenigen Wochen geriet ein leitender Polizist aus Mühlheim bereits ins Visier der Ermittler. Er steht unter Verdacht, Bilder mit rechtsextremen Inhalten in einem Chat verschickt zu haben, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte.

Demnach handelte es sich bei den Bildern unter anderem um einen in Fraktur geschriebenen "deutschen Weihnachtsgruß" mit einem Eisernen Kreuz und einem Banner mit den Farben des Kaiserreichs, Schwarz-Weiß-Rot. Auf einem anderem Bild seien Weihnachtsplätzchen in Hakenkreuzform zu sehen. Die Fotos soll der Polizist demnach im Dezember 2016 an Kollegen verschickt haben.

In den vergangenen Monaten waren mehrere hessische Polizisten aufgefallen, die mutmaßlich rechtsradikale Inhalte verbreitet hatten. Im März sprach das Innenministerium von 34 Beamten, gegen die ermittelt würde. Zuvor hatte die Anwältin Seda Basay-Yildiz Drohfaxe bekommen, die mit "NSU 2.0" unterschrieben waren. Eine Spur führte zu fünf Polizisten und einer Kollegin des 1. Frankfurter Polizeireviers. Die Ermittlungen dauern an.

asc/dpa



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