Razzia in rechter Szene Ermittler finden Waffen und Drogen

Bei Durchsuchungen in der rechtsextremen Szene in Hessen hat die Polizei Drogen und Waffen sichergestellt. Ein Haftbefehl wurde vollstreckt.
Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU)

Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU)

Foto: Arne Dedert/ picture alliance / Arne Dedert/dpa

In Hessen ist die Polizei gegen die rechte Szene vorgegangen. Wie das hessische Innenministerium mitteilte, wurden zwölf Wohnungen und Objekte durchsucht. Dabei sei ein Haftbefehl vollstreckt worden, sagte Innenminister Peter Beuth (CDU) in Wiesbaden. "Unsere Ermittler der BAO Hessen R haben der rechten Szene einen abermaligen Schlag versetzt."

Die Besondere Aufbauorganisation (BAO) Hessen R mit 140 Ermittlern war im Juli für den Kampf gegen rechtsextreme Strukturen in dem Bundesland eingerichtet worden. Sie war eine direkte Reaktion auf den tödlichen Anschlag auf den damaligen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU).

Dieser war am 2. Juni in seinem Haus im Landkreis Kassel erschossen worden. Der Generalbundesanwalt geht von einem rechtsextremen Hintergrund aus. Der Hauptverdächtige Stephan Ernst hatte die Tat zunächst eingeräumt, dann aber sein Geständnis widerrufen. Sein Anwalt kündigte ein neues Geständnis an.

Die Durchsuchungen gab es dem Ministerium zufolge in den Bereichen der Polizeipräsidien Mittel-, Ost-, Nord- und Südhessen. Die Beamten entdeckten neben Waffen und Drogen unter anderem Schießpulver, Pyrotechnik, Schwefelsäure und rechtsextreme Devotionalien.

Die Ermittler der BAO Hessen R haben in den zurückliegenden Monaten bei mehr als 700 Kontrollen 30 Straftäter der rechten Szene in Hessen festgenommen, wie das Ministerium mitteilte. Bereits bei früheren Aktionen waren Waffen, Sprengstoff und einschlägige Devotionalien sichergestellt worden. "Diesen polizeilichen Druck auf die Szene und rechte Straftäter werden wir auch künftig hochhalten", sagte Beuth.

ala/dpa

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