Hildesheim 20-Jähriger gesteht Messerangriff auf Richter

Ein Hildesheimer Richter war mit dem Fahrrad unterwegs, als ihm ein Unbekannter plötzlich ein Messer in den Rücken rammte. Nun hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen.


Nach dem Messerangriff auf einen Richter in Hildesheim hat die Mordkommission einen Verdächtigen gefasst. Der 20 Jahre alter Mann habe die Tat gestanden, sagte der leitende Hildesheimer Oberstaatsanwalt Thomas Pfleiderer. Ihm werde versuchter Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vorgeworfen.

Der 60 Jahre alte Richter war vergangene Woche attackiert worden, als er mit dem Fahrrad auf dem Heimweg vom Landgericht Hildesheim zu seinem Wohnort war. Der Täter hatte dem Juristen ein Messer mit einer 20 Zentimeter langen Klinge in den Rücken gerammt. Die Waffe war dort stecken geblieben. Das Leben des Richters wurde in einer Notoperation gerettet.

Bei dem Verdächtigen handelt es sich nach den bisherigen Ermittlungen vermutlich um einen Drogenkonsumenten. Der Mann habe erklärt, er habe "bewusstseinsbeeinflussende Substanzen" eingenommen, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Er habe den Richter "dem Himmel zuführen" wollen.

Hinweise aus der Bevölkerung

Einen Zusammenhang zwischen dem lebensgefährlichen Angriff und der beruflichen Tätigkeit des Richters an einer Strafkammer des Landgerichts sei nicht zu erkennen, sagte Oberstaatsanwalt Pfleiderer. Es habe sich wohl um eine zufällige Begegnung gehandelt. Zuvor habe es jedenfalls keine Berührungspunkte zwischen dem Tatverdächtigen und dem Opfer gegeben.

Die Polizei war dem 20-Jährigen dank Hinweisen aus der Bevölkerung und mit Hilfe von Aufnahmen einer Überwachungskamera auf dem Fluchtweg des Mannes auf die Spur gekommen. Am Mittwoch wollte die Polizei ihn auf einer Straße festnehmen, er konnte aber zunächst fliehen. Nach einer gut einstündigen Verfolgungsjagd, an der auch ein Polizeihubschrauber beteiligt war, konnte er gefasst werden.

Bei der anschließenden Vernehmung gestand er die Messerattacke. Die Tatwaffe identifizierte er als sein Eigentum. Die Ermittlungen seien trotzdem noch nicht abgeschlossen, sagte der Leiter der gut 20-köpfigen Mordkommission, Dirk Jenne. Unter anderem müssten noch Beweismittel aus der Wohnung des 20-Jährigen ausgewertet werden. Die Staatsanwaltschaft will zudem von einem Gutachter die Schuldfähigkeit des Verdächtigen überprüfen lassen.

hut/dpa



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