Dreifachmord von Hille Verteidiger fordert Freispruch

Ein 25-Jähriger und ein 52-Jähriger sind laut Staatsanwaltshaft für den Mord an drei Männern in Ostwestfalen verantwortlich. Ihre Verteidiger sagen jeweils: Der andere Angeklagte war es.

Hille in Nordrhein-Westfalen: Ein Absperrband hängt an der Rückansicht des Hofes, auf dem am 9.3.2018 eine Leiche gefunden wurde
Guido Kirchner/DPA

Hille in Nordrhein-Westfalen: Ein Absperrband hängt an der Rückansicht des Hofes, auf dem am 9.3.2018 eine Leiche gefunden wurde


Im Prozess zum Dreifachmord von Hille in Ostwestfalen hat der Verteidiger von Kevin R. Freispruch für seinen Mandanten gefordert. Die Verteidigerin des ebenfalls angeklagten Jörg W. hat bestritten, dass ihr Mandant aktiv an den Taten beteiligt gewesen sei. Sie schob die Verantwortung Kevin R. zu.

Jörg W. und Kevin R. haben laut Staatsanwaltschaft drei Menschen getötet. Das erste Opfer ist demnach ein 72 Jahre alter Nachbar, dann sollen die Angeklagten einen 64 Jahre alten Hilfsarbeiter und später einen 30 Jahre alten Geschäftspartner erschlagen haben. Die drei verscharrten Leichen waren im Frühjahr 2018 auf zwei angrenzenden Höfen im ostwestfälischen Hille an der Grenze zu Niedersachsen gefunden worden.

Der Verteidiger von Kevin R. gestand Schläge des heute 25-Jährigen auf die Opfer ein. "Aber wir wissen nicht, ob sie tödlich waren", sagte Jahn. Er wies die Taten Jörg W. zu.

In der Beweisaufnahme sei ihrem Mandanten nichts nachgewiesen worden, sagte hingegen die Verteidigerin von Jörg W. Allerdings müsse sich der heute 53-Jährige vorwerfen lassen, dass er dem Treiben seines Ziehsohnes keinen Einhalt geboten habe. Auch hätte er beim Ausheben der Gräber für die Opfer nicht helfen dürfen.

Lebenslange Haft gefordert

Die Staatsanwaltschaft hatte für die beiden Angeklagten eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld beantragt. Damit wäre eine Haftentlassung nach 15 Jahren nahezu ausgeschlossen.

Die Anklage wirft den Männern einen gemeinschaftlich ausgeführten, heimtückischen Dreifachmord aus Habgier vor. Im Prozess hatten sich die beiden Angeklagten gegenseitig der Taten beschuldigt. Ein Urteil will das Landgericht Bielefeld am 19. Juli sprechen.

jpz/dpa

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