Todeskampf nach Giftinjektion Uno verurteilt qualvolle Hinrichtung von Clayton Lockett

"Grausam, unmenschlich und erniedrigend": Das Uno-Hochkommissariat für Menschenrechte hat die qualvolle Hinrichtung von Clayton Lockett angeprangert. Dass der verurteilte Mörder im Todeskampf habe leiden müssen, sei verfassungswidrig.

Getöteter Lockett: Kritik an qualvollem Tod
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Getöteter Lockett: Kritik an qualvollem Tod


Oklahoma City - Die Umstände seines Todes sorgten für scharfe Kritik, nun haben auch die Vereinten Nationen die qualvolle Hinrichtung von Clayton Lockett im US-Bundesstaat Oklahoma verurteilt. Das Leiden des verurteilten Mörders während seiner Exekution könne im Sinne der internationalen Menschenrechtsgesetze als "grausame, unmenschliche und erniedrigende Behandlung" betrachtet werden, sagte der Sprecher des Uno-Hochkommissariats für Menschenrechte, Rupert Colville.

Locketts qualvoller Todeskampf verstoße auch gegen die US-Verfassung, die grausame Strafen verbiete. Colville mahnte zudem an, es handle sich bereits um den "zweiten Fall extremen Leids, verursacht durch nicht funktionierende tödliche Injektionen".

Als weiteres Beispiel nannte er die Exekution von Dennis McGuire in Ohio, der im Januar erst nach 26 Minuten und einem qualvollen Todeskampf gestorben war. Colville forderte ein sofortiges Moratorium für die Todesstrafe und die Abschaffung der "grausamen und unmenschlichen Praxis".

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Oklahoma: Grausam missglückte Hinrichtung
Die Hinrichtung des wegen Mordes verurteilten Lockett in Oklahoma war am Dienstag fehlgeschlagen: Der Mann wurde zehn Minuten nach der Verabreichung des ersten von drei Medikamenten eines neuen Giftcocktails für bewusstlos erklärt. Beim Spritzen der Substanz platzte allerdings offenbar eine Vene. Lockett begann drei Minuten später, schwer zu atmen, nach Luft zu ringen, sich zu winden und mit den Zähnen zu knirschen. Zudem versuchte er, seinen Kopf zu heben.

Die Vorhänge wurden gesenkt, damit die Personen im Zuschauerraum nicht mehr sehen konnten, was in der Todeszelle vor sich ging. Oklahomas Strafvollzugschef Robert Patton ließ die Hinrichtung unterbrechen. Für Lockett kam der Schritt jedoch zu spät. Laut der Gefängnisverwaltung starb er 43 Minuten nach der ersten Spritze an einem Herzinfarkt.

Der Fall Lockett soll nun Konsequenzen haben. Strafvollzugschef Patton hat sich dafür ausgesprochen, alle Exekutionen auf unbestimmte Zeit auszusetzen. Die Hinrichtungsprozeduren müssten vollständig überprüft werden, schrieb er in einem offenen Brief an Oklahomas Gouverneurin Mary Fallin, eine entschiedene Befürworterin der Todesstrafe. Zudem befürwortete Patton eine "externe Untersuchung" des Vorfalls. US-Präsident Barack Obama sagte, die qualvolle Hinrichtung offenbare "signifikante Probleme mit der Todesstrafe".

Hinrichtungen seit 1976

bka/AP/AFP

insgesamt 164 Beiträge
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Benko 02.05.2014
1. optional
Es kann nicht genug angeprangert werden das die Amis Mörder sind. Vom Freund zum Faschisten gewandelt, so kanns gehen. In meinem Namen besteht die deutsch-amerikanische Freundschaft nicht mehr!
hirlix 02.05.2014
2. optional
Ich bin zwar kein moralischer Gegner der Todesstrafe, aber gerade in den letzten Jahren sind immer wieder Fehlurteile bekannt geworden. Bevor man auch nur einen Unschuldigen hinrichtet sollte man doch lieber diese Strafe abschaffen. 200 Jahre Gefängnis ohne Bewährung sind auch eine harte Strafe. Wenn man dann aber trotzdem noch jemanden Hinrichten will, dann sollte das doch durch ein Hinrichtungspeloton geschehen. Da kann man kaum Fehler machen und die Schützen wissen nicht wer den tödlichen Schuss abgegeben hat.
m_s@me.com 02.05.2014
3. Washington D.C. und die interaktive Karte
Liebe Redaktion, eure interaktiven Karten sind, toll, aber könnt ihr Washington D.C. mal etwas separieren und vergrößern, so dass man sehen kann, was in der Hauptstadt passiert? Danke!
schorschi8 02.05.2014
4. Shame on you !
Die USA können bis heute keine fairen Verfahren garantieren, wenn es um die Verurteilung zum Tode geht, noch können sie Hinrichtungen ohne unnötige Qualen durchführen. Wie kann sich solch ein Land zum Herrn über Leben und Tod aufschwingen ?
Cæcum 02.05.2014
5. Täterfixierung
Ohje der arme...mit solch einer weiterentwickelten sensibilität hat er sein opfer lebenig im wald vergraben...da muss jetzt aber die gutmenschen solidarität her!!...vielleicht könnte die strasse in der die angehörigen des opfers wohnen nach ihm benennen?
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