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21. Mai 2014, 06:51 Uhr

Todeskandidat Russell Bucklew

Drama um geplante Hinrichtung in Missouri

Exekution aufgeschoben, wieder angesetzt, dann doch gestoppt: Der Streit über die Hinrichtung eines Mörders im US-Bundesstaat Missouri hat eine dramatische Wendung genommen. Kurz vor der geplanten Vollstreckung schritt schließlich das oberste Gericht ein.

Washington - Die geplante Hinrichtung von Russell Bucklew in den USA hat zu mehreren dramatischen Entscheidungen geführt. Weniger als eine Stunde vor dem angesetzten Vollstreckungstermin setzte ein Richter des obersten US-Gerichts in Washington die Hinrichtung aus. Eine Erklärung für seine Entscheidung gab Samuel Alito bislang nicht ab.

Der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates Missouri teilte mit, sein Büro gehe davon aus, dass der gesamte Supreme Court in Washington am Mittwoch über Bucklews Antrag auf Aussetzung der Hinrichtung beraten werde. Es könnte also sein, dass die Todesstrafe doch noch innerhalb der nächsten 24 Stunden vollstreckt wird.

Zuvor hatte ein Bundesrichter in Missouri die Exekution wegen des Gesundheitszustandes von Bucklew bereits schon einmal ausgesetzt. Diese Entscheidung wurde aber nur wenige Stunden später von dem Gerichtssenat wieder aufgehoben. Die Exekution sollte wie geplant eine Minute nach Mitternacht (Ortszeit) stattfinden.

Bucklew fürchtet Hirnblutung und extrem starke Schmerzen

Der verurteilte Mörder hatte sich aufgrund seiner medizinischen Verfassung juristisch gegen die Verabreichung der Giftspritze gewehrt. Sie könnte einen Wirkstoff enthalten, der bei ihm einen Todeskampf mit schlimmen Qualen auslöse. Nach Angaben seiner Anwälte muss Bucklew wegen einer angeborenen Krankheit eine Hirnblutung und extrem starke Schmerzen fürchten. Eine "grausame und ungewöhnliche Bestrafung" sei per US-Verfassung aber verboten.

Bucklew war am Montag noch vor einem niedrigeren Gericht mit seiner Beschwerde gescheitert. Sein Fall hatte nach einer besonders qualvollen Exekution eines Mannes Ende April in Oklahoma Aufsehen erregt. Clayton Lockett wand sich im Todeskampf vor Schmerzen. Erst 43 Minuten nach Verabreichung der nicht erprobten Giftmischung erlitt er einen tödlichen Herzinfarkt. Der Vorfall hatte in den USA die Debatte über die Todesstrafe neu entfacht.

Hintergrund ist auch, dass einige Bundesstaaten neue Stoffe mit unbekannter Herkunft für die Giftspritzen einsetzen, da es bei den herkömmlichen Mitteln erhebliche Engpässe gibt. Viele Behörden halten geheim, wie sie ihre Mittel beschaffen und wer sie herstellt. So forderten Bucklews Anwälte auch, dass ihr Mandant konkret erfährt, was ihm gespritzt werden soll. Auch mehrere Medien haben Anträge auf Auskunft gestellt. Zudem wollten die Verteidiger die Hinrichtung filmen lassen, was aber von der Vollzugsanstalt in Bonne Terre abgelehnt wurde.

Bucklew hatte 1996 den neuen Lebensgefährten seiner Ex-Freundin erschossen und die 21-Jährige dann entführt und vergewaltigt. Er sagt, er bereue die Tat.

wit/dpa/AFP/AP

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