Nach Panne bei Hinrichtung Exekutionen in Oklahoma werden ausgesetzt

43 Minuten dauerte der Todeskampf von Clayton Lockett, nachdem es bei seiner Hinrichtung Probleme mit der Giftinjektion gab. Jetzt soll der Vorfall untersucht werden - bis dahin hat der Bundesstaat Oklahoma alle Hinrichtungen ausgesetzt.

Liege für Exekutionen per Giftspritze (in Texas): Herzinfarkt nach einer Dreiviertelstunde
DPA

Liege für Exekutionen per Giftspritze (in Texas): Herzinfarkt nach einer Dreiviertelstunde


Oklahoma City - Nach der schweren Panne bei einer Hinrichtung in Oklahoma, die zum qualvollen Tod des Verurteilten führte, hat die Justiz in dem US-Bundesstaat ein Moratorium angeordnet. Die Exekution eines weiteren Todeskandidaten wird nun um ein halbes Jahr verschoben. Zudem sollen nach Angaben der Staatsanwaltschaft alle Hinrichtungen ausgesetzt werden, bis die Untersuchungen zu dem Fall abgeschlossen sind. Das soll nach einem Bericht der Nachrichtenagentur AP mindestens acht Wochen dauern.

Mit seiner Entscheidung gab das höchste Berufungsgericht von Oklahoma dem Todeskandidaten Charles Warner recht, der eigentlich bereits am 29. April hingerichtet werden sollte - zwei Stunden nach der dramatisch fehlgeschlagenen Exekution Clayton Locketts. Warner soll nun am 13. November sterben, wie das Gericht erklärte.

Locketts Hinrichtung war nach wenigen Minuten abgebrochen worden, weil es Probleme mit der Giftinjektion gab. Medienberichten zufolge wand er sich im Todeskampf vor Schmerzen. Erst 43 Minuten nach Verabreichung der nicht erprobten Giftmischung erlitt er einen tödlichen Herzinfarkt. Der Vorfall befeuerte erneut die Debatte über die Todesstrafe in den USA. Warners Hinrichtung wurde zunächst auf den 13. Mai verschoben. Er war wegen der Vergewaltigung und Ermordung eines elf Monate alten Mädchens zum Tode verurteilt worden.

Teil der Untersuchung von Locketts Todesumständen sollen nach Behördenangaben eine Autopsie sowie toxikologische Tests sein. Oklahomas Gouverneurin Mary Fallin sagte, sie bleibe nach dem Vorfall eine Anhängerin der Todesstrafe. Das gilt offenbar auch ganz konkret für die bevorstehende Hinrichtung Charles Warners. "Er hatte seinen Auftritt vor Gericht", sagte sie über den Verurteilten. "Er hat ein schreckliches Verbrechen begangen."

rls/AFP/AP



insgesamt 7 Beiträge
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mis741 09.05.2014
1. Mir schleierhaft...
Was ich darüber hinaus wirklich nicht verstehe, ist, warum ein hochtechnologisiertes Land wie die USA solche Schwierigkeiten hat, ein verfassungskonformes Todesurteil zu vollstrecken. Wo ist da die Schwierigkeit (Frage ernst gemeint). Man könnte meinen, es stecke hier und da Absicht dahinter.
hardyhardy 09.05.2014
2. Die widerlichste Form von Menschen-Verachtung
sollte endgültig verboten werden. Da schauen die staatlich bestellten Henker tatenlos zu, wie sich ein Mensch zu Tode quält - Und das über 40 Minuten lang. Wie brutal muss ein Staat sein, der so mit Menschen umgeht?!
Unsäglicher Unfug 09.05.2014
3. Todesstrafe
Ich bin absoluter Gegner der Todesstrafe. Niemand darf töten, auch kein Staat. Trotzdem tu' ich mir manchmal schwer, nicht gewissen Menschen alles Übel dieser Welt zu wünschen. Wie kann man nur ein Baby vergewaltigen. Es ist kaum zu fassen, wozu Menschen fähig sein können.
thsherlok 09.05.2014
4.
Zitat von mis741Was ich darüber hinaus wirklich nicht verstehe, ist, warum ein hochtechnologisiertes Land wie die USA solche Schwierigkeiten hat, ein verfassungskonformes Todesurteil zu vollstrecken. Wo ist da die Schwierigkeit (Frage ernst gemeint). Man könnte meinen, es stecke hier und da Absicht dahinter.
Ich verstehe auch nicht warum man es nicht genau wie bei Schlachttieren macht. Mit einem Schlachtschussapparat betäuben und dann den Hals aufschlitzen und ausbluten lassen (hat auch den Vorteil das man dafür ausgebildete Schlachter nehmen kann). Das ganze am besten auch noch Live im landesweiten Fernsehen übertragen. Ansonsten kann man sich den ganzen Zinober sparen, ohne derart drastische Bilder wird die Todesstrafe nie ihre abschreckende Wirkung entfalten. Man sieht doch an den mittelalterlichen, öffentlichen Hinrichtungen wie gut sich das auf die allgemeine Moral und die Rechtstreue ausgewirkt hat. P.S. Wer Sarkasmus findet darf ihn behalten
privat23 12.05.2014
5. Sparen Sie sich Ihren unangebrachten
Zitat von thsherlokIch verstehe auch nicht warum man es nicht genau wie bei Schlachttieren macht. Mit einem Schlachtschussapparat betäuben und dann den Hals aufschlitzen und ausbluten lassen (hat auch den Vorteil das man dafür ausgebildete Schlachter nehmen kann). Das ganze am besten auch noch Live im landesweiten Fernsehen übertragen. Ansonsten kann man sich den ganzen Zinober sparen, ohne derart drastische Bilder wird die Todesstrafe nie ihre abschreckende Wirkung entfalten. Man sieht doch an den mittelalterlichen, öffentlichen Hinrichtungen wie gut sich das auf die allgemeine Moral und die Rechtstreue ausgewirkt hat. P.S. Wer Sarkasmus findet darf ihn behalten
Sarkasmus. Nicht jedes Land sieht es zum Glück als wichtigste Errungenschaft an, diesen Personen, die ungeteilte Anteilnahme zukommen zu lassen!
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