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NS-Kunst: Thoraks Bronzepferde

Foto: Fredrik Von Erichsen/ dpa

Verschollene NS-Kunst Auf der Spur der Hitler-Pferde

Es war ein spektakulärer Fund: Fahnder stellten Nazi-Kunst sicher, die seit Jahrzehnten als verschollen galt. Nach Informationen des SPIEGEL entdeckten sie bei Kiel offenbar auch die bekannte Breker-Skulptur "Die Wehrmacht".

Eine langjährige Informantin der Polizei brachte die Kunstfahnder des Berliner Landeskriminalamts auf die Spur der verschwundenen Bronzepferde, die bei einer bundesweiten Razzia am Mittwoch in Bad Dürkheim sichergestellt wurden. Die Skulpturen des NS-Bildhauers Josef Thorak wurden der Frau aus Berlin nach Informationen des SPIEGEL im September 2013 zum ersten Mal von einem dubiosen Vermittler für 3,1 Millionen Euro angeboten. Sie informierte daraufhin die Polizei. Danach meldeten sich noch drei weitere Anbieter aus Deutschland bei ihr, der letzte im Januar 2015. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Bei ihren Ermittlungen arbeiteten die Berliner Fahnder eng mit dem niederländischen Kunstdetektiv Arthur Brand aus Amsterdam zusammen. Dieser stand seit Februar mit einem Kunstvermittler aus Antwerpen in Kontakt, der ihm die Bronzepferde für acht Millionen Euro anbot. In Absprache mit der Polizei trat Brand als Vertreter eines fiktiven amerikanischen Sammlers auf. Ihm wurden später noch weitere Nazi-Kunstwerke angeboten, unter anderem das 40-Tonnen-Relief "Der Wächter" von Arno Breker.

Brekers "Wehrmacht" offenbar gefunden

Bei ihrer Razzia am Mittwoch fand die Polizei bei einem Sammler in der Nähe von Kiel offenbar eine der beiden bekanntesten Skulpturen Brekers, "Die Wehrmacht", die im Ehrenhof der Neuen Reichskanzlei gestanden hatte. Sie ist seit dem Krieg verschollen.

Dem SPIEGEL bestätigte der Sammler, dass es sich um das verschwundene Kunstwerk handeln könnte. Irgendwann sei die Statue im Schrotthandel aufgetaucht und von einem westdeutschen Kunsthändler "aus der DDR" gekauft worden. Die Figur trage keine Signatur Brekers, sei ursprünglich stark beschädigt gewesen und nachträglich wieder zusammengebaut worden. Teile davon stammten aber offenbar aus dem Original.

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