Höchststrafe Kindermörder muss zehn Jahre in Haft

Das Berliner Landgericht hat einen Jugendlichen wegen Mordes an dem siebenjährigen Christian zu einer Haftstrafe von zehn Jahren verurteilt. Der damals 16-Jährige hatte den Jungen totgeschlagen und -getreten. Als Motiv hatte der Intensivtäter "persönlichen Frust" angegeben.


Berlin - Keith M. muss nun für zehn Jahre hinter Gitter - nach Jugendstrafrecht ist dies die Höchststrafe. Das Gericht folgte mit dem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte zwar auch den Vorwurf des Mordes als erwiesen angesehen, jedoch eine Strafe deutlich unter dem Antrag der Anklage gefordert.

Bereits zu Prozessbeginn vor vier Monaten hatte der Angeklagte gestanden, den Nachbarsjungen mit Tritten und einem Ast aus "persönlichem Frust" zu Tode geprügelt zu haben. Christian war am Vormittag des 27. August 2005 vom Spielen nicht nach Hause zurückgekehrt. Wenige Stunden später wurde er auf einem verwilderten Gelände in der Nähe seiner elterlichen Wohnung im Berliner Stadtteil Zehlendorf von seinem Vater entdeckt. Die nackte Leiche lag unter einer Plane und wies massive Kopfverletzungen auf.

Der wegen Gewaltdelikten vorbelastete Angeklagte stand bei dem tödlichen Übergriff unter Bewährung. Die Tat hatte über Berlin hinaus tiefe Betroffenheit ausgelöst und Forderungen nach einer Verschärfung des Jugendstrafrechts ausgelöst.

ffr/ddp/dpa/reuters



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