Bayern Doppelmord im Wohnhaus - vier Verdächtige in Haft

Zwei Senioren starben, eine 76-Jährige überlebte schwerverletzt: Nach dem Doppelmord von Höfen hat die Polizei den vierten Verdächtigen festgenommen - seine Schwester hatte im Haus der Überlebenden als Pflegerin gearbeitet.

Polizisten am Tatort (Archiv)
DPA

Polizisten am Tatort (Archiv)


Fünf Wochen nach dem Doppelmord im bayerischen Höfen hat die Polizei alle vier mutmaßlichen Täter verhaftet. Das Gewaltverbrechen sei weitestgehend aufgeklärt , teilten die Ermittler mit. In dem kleinen Ort bei Bad Tölz waren im Februar eine 76-Jährige aus dem Raum Frankfurt am Main und ein 81-Jähriger aus Nordrhein-Westfalen ermordet worden. Beide waren Bekannte der 76 Jahre alten Hausbesitzerin, die schwer verletzt überlebte. Als Tatmotiv nehmen die Ermittler Raub an.

Drei Verdächtige saßen bereits in Untersuchungshaft, darunter die Pflegerin, die in dem Haus zeitweise beschäftigt war. Als letzter wurde ihr 43 Jahre alter Bruder am Freitagabend in der polnischen Stadt Stettin festgenommen, wie der Leitende Oberstaatsanwalt Hajo Tacke in Weilheim sagte. Wie für die beiden anderen in Polen festgenommenen Männer habe es auch gegen ihn einen Auslieferungshaftbefehl gegeben.

Es handelt sich den Ermittlungen zufolge um die Tat einer Familienbande. Neben dem 43-Jährigen und der 49 Jahre alten Pflegerin sitzt auch deren 23-jähriger Sohn in Haft. Der vierte Verdächtige ist ein Bekannter der Familie.

Zum genauen Tathergang äußerten sich die Ermittler weiterhin nicht. Die Kripo weiß noch nicht, ob alle drei Männer zur Tatzeit am Tatort waren, erhofft sich durch die weiteren Ermittlungen aber Klarheit.

Die Pflegerin, die vergangenes Jahr den mittlerweile verstorbenen Ehemann der Hauseigentümerin betreut hatte, gilt mindestens als Informantin der Täter. Die Opfer waren erst drei Tage nach dem Verbrechen erschlagen im Haus aufgefunden worden - ebenso wie die Hausbesitzerin, die die Täter schwer verletzt zurückgelassen hatten. Sie liegt noch immer im Krankenhaus. Laut Soko-Chef Markus Deindl hat sich ihr Gesundheitszustand zwar gebessert, vernehmungsfähig sei die Seniorin aber nicht.

Bislang wurden in dem Fall 4000 Spuren gesichert und 250 Menschen vernommen, wie der Präsident des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, Robert Kopp, berichtete. Er sprach von einem "sehr schockierenden Verbrechen", das die Idylle in dem Weiler schwer erschüttert habe.

hut/dpa



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