Fall Höxter Staatsanwaltschaft will Mordanklage gegen Folterpaar erheben

Über Jahre haben Wilfried und Angelika W. in Höxter Frauen misshandelt, zwei Opfer starben. Nach SPIEGEL-Informationen haben die Ermittler die Vorwürfe gegen das Paar verschärft.

Das Haus des Paares in Höxter
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Das Haus des Paares in Höxter

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Im Fall der getöteten und misshandelten Frauen von Höxter droht den beiden Beschuldigten Wilfried W. und Angelika W. eine lebenslange Haftstrafe.

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Nach SPIEGEL-Informationen will die Staatsanwaltschaft Paderborn in den kommenden Tagen Anklage wegen Mordes durch Unterlassen in zwei Fällen erheben. Die beiden Opfer, Annika W. und Susanne F., erlagen demnach den Misshandlungen, die sie erlitten haben, als sie mit den Beschuldigten in Höxter zusammenlebten. Zunächst waren die Ermittlungen wegen Verdachts auf Totschlag geführt worden. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Gefesselt in der Badewanne

Die Beschuldigte Angelika W. nannte gegenüber den Ermittlern grausame Details. So sei Annika W. mit einem Elektroschocker gequält worden und habe in einer Badewanne im Keller schlafen müssen, wobei ein Arm und ein Fuß jeweils mit einer Handschelle auf dem Rücken gefesselt gewesen sei.

Der Fall war bekannt geworden, nachdem das Paar Ende April versucht hatte, die schwer verletzte Susanne F. zurück nach Bad Gandersheim zu bringen. Nach einer Autopanne riefen die beiden einen Rettungswagen. F. starb später im Krankenhaus, die Mediziner schalteten die Polizei ein.

Wie der SPIEGEL weiter berichtet, werden die Ermittlungen während des voraussichtlich Ende Oktober beginnenden Prozesses fortgeführt, da noch nicht alle Opfer identifiziert sind.

Wichtige Zeugenaussage

Eine besondere Bedeutung im Prozess wird die Aussage von Christel P. haben. Laut SPIEGEL ist sie die einzige Zeugin, die detailliert über ihr Zusammenleben mit den Beschuldigten aussagte. Drei Monate lang sollen Wilfried und Angelika W. sie Anfang 2012 gequält haben, bevor die beiden sie nach Hause fahren ließen.

Nur mit einer Unterhose bekleidet sei sie im Schweinestall mit Handschellen angekettet worden, berichtete sie der Polizei. Sie habe barfuß im Mist gestanden. Bevor sie gehen konnte, habe Wilfried W. sie mit einer Schaufel ins Gesicht geschlagen und dabei schwer verletzt.

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