Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem begrüßt Haftstrafe für Ex-SS-Mann

Der frühere SS-Mann Oskar Gröning soll vier Jahre ins Gefängnis, weil er Beihilfe geleistet hat zu den Morden in Auschwitz. In Israel sieht man in dem Urteil ein Signal.
Oskar Gröning: Schuldig wegen Beihilfe zum Mord

Oskar Gröning: Schuldig wegen Beihilfe zum Mord

Foto: Philipp Schulze/ AP/dpa

Die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem hat das Urteil gegen den ehemaligen SS-Mann Oskar Gröning als wichtiges Signal begrüßt. Die Entscheidung des Gerichts folge dem Grundsatz, "dass egal welche Rolle eine Person bei dem Morden gespielt hat, er oder sie Mordkomplizen waren und Verantwortung tragen", erklärte eine Sprecherin in Jerusalem.

Das Landgericht Lüneburg hatte den 94 Jahre alten Gröning am Mittwoch zu vier Jahren Haft verurteilt - wegen Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen im Konzentrationslager Auschwitz. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Debatte um persönliche Verantwortung

"Gröning steht leider stellvertretend für eine große Anzahl von Menschen, die während des Holocausts an der Judenvernichtung teilgenommen haben und die nie für ihre Taten angeklagt wurden", heißt es in der Stellungnahme von Yad Vashem .

Der wichtigste Aspekt des Prozesses sei es gewesen, dass er eine Debatte über die persönliche Verantwortung des Einzelnen für die Schrecken der NS-Zeit angestoßen habe. Es sei gezeigt worden, "dass die Nazi-Verbrechen nie verjähren können".

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Foto: DPA/Museum Auschwitz-Birkenau

Man müsse sich auch vor Augen halten, dass Gröning freiwillig zur SS gegangen sei, "um Teil des deutschen Vernichtungsapparats zu werden".

sms/dpa
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