Saarland Arzt soll Kinder missbraucht haben - Eltern wurden offenbar nicht informiert

Im Universitätsklinikum des Saarlandes soll ein Arzt vier Jahre lang Kinder missbraucht haben. Er nahm offenbar intime Untersuchungen vor, die nicht nötig waren - die Eltern wurden nicht über den Verdacht informiert.

Universitätsklinik Homburg im Saarland: Untersuchungen im Intimbereich vorgetäuscht
Becker&Bredel/ imago images

Universitätsklinik Homburg im Saarland: Untersuchungen im Intimbereich vorgetäuscht


Ein Assistenzarzt soll im Universitätsklinikum des Saarlandes mehrere Kinder missbraucht haben. Der Verdacht: Er soll den Intimbereich der Kinder untersucht haben, obwohl das nicht notwendig war. Das sagte ein Sprecher der Klinik. Die Untersuchungen seien als Routine dargestellt worden.

Zuvor hatte das ARD-Magazin "Monitor" über den Fall berichtet. Demnach sei der Arzt von 2010 bis 2014 an der Uniklinik in Homburg beschäftigt gewesen. Mögliche Opfer und deren Eltern seien nicht über die Verdachtsfälle informiert worden, hieß es in dem Bericht. Die Klinik hatte 2014 Strafanzeige gegen den Assistenzarzt gestellt.

Der Mediziner wurde 2014 entlassen. Ermittlungen gegen ihn wurden nach seinem Tod im Jahr 2016 eingestellt.

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) sagte, er sei angesichts der Nachrichten zutiefst erschüttert. Er forderte eine lückenlose Aufklärung. Das Klinikum wird am Montag über den Fall informieren.

jpz/dpa



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