Anstieg seit Januar Dutzende Sachbeschädigungen mit schwulen- und lesbenfeindlichem Hintergrund

"Die deutliche Zunahme ist alarmierend": Die Zahl der Angriffe auf Gedenkstätten und Orte für Trans- und Homosexuelle hat sich offenbar verdoppelt. Die Grünen fordern Konsequenzen.
Denkmal für die in der NS-Zeit verfolgten Homosexuellen in Berlin (Archivbild): "Die deutliche Zunahme ist alarmierend"

Denkmal für die in der NS-Zeit verfolgten Homosexuellen in Berlin (Archivbild): "Die deutliche Zunahme ist alarmierend"

Foto: Markus Schreiber/AP

Im laufenden Jahr hat es einen deutlichen Anstieg von Sachbeschädigungen mit schwulen-, lesben- oder transfeindlichem Hintergrund gegeben. Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünenfraktion hervorgeht, wurden seit Januar 42 Sachbeschädigungen gezählt, "die dem Themenfeld sexuelle Orientierung zugeordnet wurden".

Das dürfte den Grünen zufolge aufs gesamte Jahr gesehen auf eine Verdopplung der Zahlen hinauslaufen: Im gesamten vergangenen Jahr wurden dem Schreiben zufolge 25 Sachbeschädigungen gezählt, in den Jahren davor noch weniger.

Kommt ein "bundesweiter Aktionsplan"?

"Die deutliche Zunahme homo- und transfeindlicher Angriffe auf Gedenkstätten und Orte ist alarmierend", sagte der Grünenpolitiker Sven Lehmann. "Wir müssen davon ausgehen, dass die Dunkelziffer sogar weitaus größer ist." Von der Bundesregierung fordert er eine genauere, landesweite Erfassung solcher Taten sowie einen "bundesweiten Aktionsplan für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt".

Den Angaben der Bundesregierung zufolge werden seit diesem Jahr Angriffe auf Gedenktafeln oder Denkmäler einzeln gezählt. Unter den bisher 42 Sachbeschädigungen im Bereich "sexuelle Orientierung" seien neun Angriffe auf Denkmäler beziehungsweise Gedenkstätten gewesen.

Das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen in Berlin zum Beispiel wurde in diesem Jahr schon mehrfach beschmiert. Die Grünen verweisen zudem auf Beschädigungen der Gedenkstellen für homosexuelle NS-Opfer in Nürnberg und Köln sowie auf die Attacke auf eine Kölner LSBTI-Beratungsstelle, wo ein Fenster eingeworfen worden sei.

mxw/dpa
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