Horn von Afrika Piraten kapern niederländischen Frachter

Somalische Piraten haben vor dem Horn von Afrika schon wieder ein Schiff erobert. Sie brachten die Besatzung eines niederländischen Frachters in ihre Gewalt.


Nairobi - Überfall auf hoher See: Freibeuter haben vor der Küste Somalias ein unter panamaischer Flagge fahrendes Schiff erobert. An Bord der "MV Amiya Scan" befänden sich vier russische und fünf philippinische Besatzungsmitglieder, teilte der Schiffseigner, das niederländische Unternehmen Reider Shipping BV, mit. Offenbar sei bei dem Überfall am Sonntagabend niemand verletzt worden.

"Amiya Scan": In der Hand von Piraten
DPA

"Amiya Scan": In der Hand von Piraten

Man stehe nun in Verhandlungen mit den Piraten, um eine Freilassung der Seeleute zu erreichen. Über etwaige Forderungen der Seeräuber wollte die Reederei nichts mitteilen. Dies sei aus Sicherheitsgründen nicht möglich, hieß es.

Das Schiff war vom kenianischen Mombasa nach Rumänien unterwegs, als es am Sonntag im Golf von Aden überfallen wurde. An Bord ist eine stillgelegte Ölplattform. Wo sich der Frachter jetzt befindet, ist unklar.

In dem Seegebiet sind zahlreiche Piraten unterwegs, die für ihre Beute in der Regel Lösegeld erpressen. Es war bereits das sechste Mal binnen zwei Monaten, dass ein Frachter vor der somalischen Küste gekapert wurde. Seit Jahresbeginn waren es schon 24 Schiffe. Am Freitag hatten bewaffnete Somalier einen unter jordanischer Flagge fahrenden Frachter nach knapp einer Woche freigelassen.

Angesichts der zunehmenden Überfälle haben Frankreich, Großbritannien und die USA beim Uno-Sicherheitsrat beantragt, gegen die Piraten vorgehen zu können. Am Anti-Terrorismus-Einsatz vor Somalia beteiligt sich auch Deutschland mit rund 250 Soldaten.

als/AP/Reuters



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