Horror-Fall Amstetten Fritzl vergewaltigte seine Tochter vor den Augen ihrer Kinder

Im Inzest-Fall Amstetten werden immer neue schreckliche Details bekannt: Nach Informationen des SPIEGEL wurde die Mutter offenbar vor den Augen ihrer kleinen Kinder vergewaltigt. Bis 1993 hielt Josef Fritzl seine Opfer in einem einzigen Raum gefangen.


Amstetten - Die ersten neun Jahre ihrer Gefangenschaft musste Elisabeth Fritzl nach Informationen des SPIEGEL in einem einzigen Kellerraum verbringen. Von 1984 bis 1993 hielt ihr Vater sie in diesem Raum gefangen. Erst dann hat Josef Fritzl einen weiteren Raum hergerichtet.



Zuvor wurden daher offenbar auch die bis dahin im Keller geborenen drei Kinder zu Zeugen der immer wiederkehrenden Vergewaltigungen, die Josef Fritzl an ihr beging.

Über den Beginn ihrer Gefangenschaft sagte Elisabeth Fritzl aus, dass ihr Vater sie unter dem Vorwand in den Keller gelockt habe, mit ihm eine Tür herunterzutragen. Im Verlies habe er sie zunächst mit Handschellen zwei Tage an einen Pfosten gefesselt, in den nächsten sechs bis neun Monaten habe er sie angeleint, damit sie wenigstens eine Toilette habe erreichen können. Der Täter Josef Fritzl hat dieses angebliche Vorgehen in seiner ersten Aussage bestritten.

Ihre Mutter Rosemarie Fritzl nahm die 24 Jahre lang eingekerkerte Elisabeth in einer polizeilichen Vernehmung ausdrücklich in Schutz. In den Jahren ihrer Gefangenschaft sei sie ausschließlich von ihrem Vater mit Essen und Kleidung versorgt worden. Dagegen habe ihre Mutter von den Taten ihres Mannes nichts gewusst und habe daher auch nichts damit zu tun gehabt.

Unterlagen der Jugendwohlfahrt Amstetten belegen unterdessen, dass die Behörde die Familie jahrelang wohlwollend betreute, ohne auf mögliche Verdachtsmomente zu stoßen. So notierten Mitarbeiter, dass sich "Herr und Frau Fritzl vom anfänglichen Schock erholt" hätten, nachdem Josef Fritzl zum ersten Mal ein im Keller geborenes Kind als Findelkind vor seiner eigenen Haustür abgelegt hatte. Die Fritzls gingen "sehr liebevoll mit den Kindern" um, attestierte die Behörde dem Ehepaar weiter.

Nachbar will von Missbrauch gewusst haben

Derweil melden sich immer mehr Menschen, die etwas über Joseph Fritzl wissen wollen: Ein ehemaliger Mieter Fritzls sagte nun verschiedenen Medien, er habe mitbekommen, wie sein Vermieter seine kleine Tochter missbraucht habe. "Die Elisabeth ist immer wieder von ihrem Vater vergewaltigt worden. Sie hat es zu Hause nicht mehr ausgehalten und ist deshalb abgehauen", erzählte Josef L. dem Privatsender ATV. Aus Angst vor Josef Fritzl sei er jedoch nie zur Polizei gegangen. Noch heute plagten ihn deshalb Alpträume, erzählt er.

Gusenbauer warnt vor Kampagne gegen Österreich

Österreichs Bundeskanzler Alfred Gusenbauer hat die internationalen Medien am Wochenende vor einer generellen Verurteilung seines Landes gewarnt. Es gebe keinen Fall Österreich, sondern ein beispielloses Gewaltverbrechen, sagte Gusenbauer der "Bild"-Zeitung. Sein Land wehre sich dagegen, dass von einigen ausländischen Medien versucht werde, daraus etwas "spezifisch Österreichisches" zu konstruieren. Österreich wolle sich vor der Fußball-EM vielmehr so präsentieren, wie es wirklich sei - als ein Land mit höchstem sozialen Standard, Lebensqualität und wirtschaftlichem Aufschwung.

wob

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