"Horrorhaus von Höxter" Angeklagte zu langen Haftstrafen verurteilt

Im Mordprozess zum "Horrorhaus von Höxter" hat das Landgericht Paderborn sein Urteil verkündet: Die Angeklagte Angelika W. muss 13 Jahre in Haft, ihr Ex-Mann Wilfried W. elf Jahre.


Nach dem fast zweijährigen Mordprozess zum "Horrorhaus von Höxter" hat das Landgericht Paderborn die beiden Angeklagten zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt. Angelika W. muss demnach 13 Jahre in Haft, Wilfried W. elf Jahre. Der 48-Jährige soll in einer Psychiatrie untergebracht werden.

Damit blieb die Kammer unter der Forderung von Staatsanwaltschaft und Nebenklägern. Sie hatten für beide Angeklagte lebenslange Haftstrafen und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld gefordert. Angelika W.s Verteidigung hatte einen Freispruch verlangt, Wilfried W.s Anwälte siebeneinhalb Jahre Haft.

Die Fakten waren in dem Prozess weitgehend unstrittig: Über Jahre hinweg hatte das Paar Frauen mit Kontaktanzeigen in ein Haus in Höxter-Bosseborn gelockt und dort seelisch und körperlich schwer misshandelt. Zwei Frauen aus Niedersachsen überlebten die Quälereien nicht.

Eine starb in einem Krankenhaus, beim zweiten Opfer fanden die Ermittler keine Leiche mehr. Wie Angelika W. selbst aussagte, hatten sie und ihr Ex-Mann die Leiche der Frau eingefroren, zersägt, verbrannt und die Asche anschließend im Winter an den Straßenrändern des Dorfes verstreut. Die Richter werteten die beiden Taten als Mord durch Unterlassen und versuchten Mord.

Haus in Höxter-Bosseborn
DPA

Haus in Höxter-Bosseborn

Vor der Urteilsverkündung fand Angelika W. erstmals deutliche Worte des Bedauerns. "Ich möchte mich in aller Form bei allen Frauen entschuldigen, denen ich Leid angetan habe", sagte sie.

Wilfried W. sagte: "Ich wusste nicht, was richtig oder falsch ist. Deswegen wäre eine Therapie gar nicht so schlecht." In Bezug auf seine Ex-Frau fügte er hinzu: "Zu Angelika habe ich keine Worte mehr - mit ihren Lügen. Ich kann nur sagen, da ist nichts dran."

Vor Gericht hatten sich die beiden Angeklagten gegenseitig schwere Vorwürfe gemacht. Angelika W. hatte umfassend gestanden und Wilfried W. immer wieder schwer belastet, auch noch in ihren ausführlichen letzten Worten. Wilfried W. hingegen beschuldigte seine Ex-Frau. Mehrere Opfer, die die Torturen überlebten, berichteten als Zeugen über das Geschehen in dem Haus.

Im Video: Die Morde von Höxter (SPIEGEL TV vom 8.5.2016)

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ulz/dpa

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