»Horrorhaus von Höxter« Nachträglich Sicherungsverwahrung für Wilfried W. beantragt

Er ist gemeinsam mit seiner Ex-Frau für den Tod zweier Frauen verantwortlich: Wilfried W. wurde 2018 zu elf Jahren Haft verurteilt. Nun muss ein Gericht klären, ob er weiterhin als gefährlich eingestuft wird.
Das sogenannte Horrorhaus von Höxter (2016)

Das sogenannte Horrorhaus von Höxter (2016)

Foto: Marcel Kusch/ dpa

Rund dreieinhalb Jahre nach dem Urteil gegen Wilfried W. im Fall des sogenannten Horrorhauses von Höxter muss das Landgericht Paderborn überprüfen, ob gegen den Mörder nachträglich eine Sicherungsverwahrung zu verhängen ist. Einen entsprechenden Antrag habe die Staatsanwaltschaft bereits am 24. Februar gestellt, bestätigte der zuständige Oberstaatsanwalt Ralf Meyer am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. Zuvor hatten mehrere Medien, darunter die »Neue Westfälische« , darüber berichtet.

Der heute 51 Jahre alte W. war im Oktober 2018 zu elf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden, seine Ex-Frau Angelika W. zu 13 Jahren Haft – jeweils wegen Mordes durch Unterlassen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass das Paar über Jahre Frauen in dem Haus misshandelt und gequält hatte. Zwei der Opfer waren gestorben.

Im September 2020 hatte das Landgericht Münster entschieden, dass der Verurteilte nicht vermindert schuldfähig sei – anders als das Landgericht Paderborn in seinem Urteil 2018 festgestellt hatte. W. wurde aus einer Psychiatrie im Münsterland in den regulären Strafvollzug verlegt.

Laut Oberstaatsanwalt Meyer müssen nun zwei weitere psychiatrische Gutachten erstellt werden. Das Gericht müsse dann entscheiden, ob der Verurteilte weiterhin als gefährlich eingestuft und nachträglich Sicherungsverwahrung angeordnet werden müsse.

Die Sicherungsverwahrung, die sich an die Verbüßung einer Straftat anschließt, ist rechtlich nicht als Strafe einzuordnen. Sie dient dazu, gefährliche Täter zu bessern und die Allgemeinheit zu schützen. Dazu muss ein Hang zu erheblichen und für die Allgemeinheit gefährlichen Straftaten bestehen. Die Sicherungsverwahrung ist grundsätzlich zeitlich nicht begrenzt. Ob sie fortbesteht, wird regelmäßig von einem Gericht geprüft.

bbr/dpa
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