Heftige Feuer in Mecklenburg Seehofer kündigt nationale Waldbrand-Taskforce an

Es ist eine Reaktion auf den verheerenden Waldbrand in Mecklenburg-Vorpommern: Deutschland soll eine Taskforce zur Brandbekämpfung bekommen - mit gepanzerten Löschfahrzeugen und Hubschraubern.

Innenminister Horst Seehofer in Lübtheen: "Jedes Bundesland kann betroffen sein"
Bodo Marks/DPA

Innenminister Horst Seehofer in Lübtheen: "Jedes Bundesland kann betroffen sein"


Bund und Länder sollen zusammen eine Einsatzgruppe zur Bekämpfung von Waldbränden aufstellen. Das kündigte Innenminister Horst Seehofer (CSU) nach einem Besuch auf dem munitionsbelasteten ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen an: Dort hatte eine Woche lang der größte Waldbrand in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns gewütet.

Die Taskforce soll demnach in ganz Deutschland in Katastrophenfällen Personal und Geräte bereitstellen, die über die typische Ausrüstung von örtlichen Feuerwehren hinausgehen und im Bedarfsfall rasch zum Einsatz kommen können. Dazu zählten etwa gepanzerte Waldbrandlöschfahrzeuge, Löschpanzer und zusätzliche Löschhubschrauber.

"Jedes Bundesland kann betroffen sein", sagte Seehofer. Bereits in der kommenden Woche sollen Vertreter des Bundes und der Bundesländer über Details beraten. Bereits am Montag hatte Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier eine solche bundesweite Einsatzgruppe gefordert. Um im Einsatzfall schnell erreichbar und einsatzbereit zu sein, müssten Spezialtechnik und Personal wie geländegängige Lösch- oder Räumfahrzeuge dezentral in ganz Deutschland stationiert werden, sagte der CDU-Politiker.

"Riesige Aufgabe"

Seehofer will zudem die Räumung von munitionsbelasteten Gebieten in ganz Deutschland intensivieren. Priorität sollten zum Beispiel Wälder in der Nähe von Ortschaften haben. Das sei eine "riesige Aufgabe", die "viele, viele Jahre dauern werde". Zudem will der Minister für einheitliche Standards bei der Munitionsbergung in allen Bundesländern sorgen.

Wasserwerfer im Waldbrand-Einsatz in Alt Jabel (Archiv)
Bodo Marks/DPA

Wasserwerfer im Waldbrand-Einsatz in Alt Jabel (Archiv)

Etwa hundert Mitarbeiter des Bundesforstbetriebes Trave und des Technischen Hilfswerks übernahmen derweil die Überwachung des Brandgebiets bei Lübtheen. Das teilte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben mit, die die bundeseigenen Flächen verwaltet. Inzwischen sei auch die genaue Ausdehnung des Feuers auf 944 Hektar ermittelt worden. Während des Höhepunkts des Brandes war von 1200 Hektar die Rede gewesen.

Das Gebiet wird am Boden und aus der Luft kontrolliert. Aber auch die übrige Fläche des insgesamt 6200 Hektar großen ehemaligen Truppenübungsplatzes werde in die Überwachung einbezogen. Den Kontrolltrupps stehen weiterhin gepanzerte und geländegängige Löschfahrzeuge zur Verfügung. Die Überwachung werde erst beendet, wenn von dem Gelände keine Gefahr mehr ausgehe, teilte die Behörde mit.

wit/AFP/dpa

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