Kriminalstatistik 2018 Weniger angezeigte Delikte, zunehmende Verunsicherung

Deutschland ist "eines der sichersten Länder der Welt", sagt Innenminister Seehofer bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2018. Demnach gibt es aber ein steigendes Gefühl der Verunsicherung bei vielen Bürgern.

Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamts, Innenminister Horst Seehofer und Hans-Joachim Grote präsentieren die Polizeiliche Kriminalstatistik
ALEXANDER BECHER/ EPA-EFE/ REX

Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamts, Innenminister Horst Seehofer und Hans-Joachim Grote präsentieren die Polizeiliche Kriminalstatistik


Bundesinnenminister Horst Seehofer hat Deutschland bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik 2018 als "eines der sichersten Länder der Welt" bezeichnet. Seinen Angaben zufolge sind weniger als ein Prozent der Bevölkerung schon Opfer schwerer Vergehen geworden.

"Jede Straftat ist natürlich eine zu viel. Aber objektiv ist dies der niedrigste Wert seit Jahrzehnten", sagte Seehofer mit Bezug auf die 5,55 Millionen registrierten Straftaten im vergangenen Jahr. Gegenüber 2017 sank die Zahl der polizeibekannten Delikte damit um 3,6 Prozent. Diese Zahlen lassen aber keine klaren Rückschlüsse auf die tatsächliche Kriminalitätsbelastung zu, weil unklar ist, wie viele Delikte gar nicht erst zur Anzeige gebracht werden.

Trotz der sinkenden Zahl sieht Seehofer noch keinen Grund zur Entwarnung. "Die Zahlen sind erfreulich, aber es ist noch kein nachhaltiger Erfolg", sagte er. Das Gefühl der Verunsicherung habe bei vielen Bürgern zugenommen. Das müsse sich ändern. Dies könne "nur gelingen, wenn wir die personelle und sachliche Ausstattung der Sicherheitsbehörden weiter verbessern."

bbr/dpa/AFP



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