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Hulk Hogan: "Komplett gedemütigt"

Foto: REUTERS/ Tampa Bay Times

Schadensersatz Hulk Hogan bekommt 115 Millionen wegen Sexvideo zugesprochen

Ein Sexvideo, von dessen Existenz er nichts gewusst haben will, beschert dem Ex-Wrestling-Star Hulk Hogan 115 Millionen Dollar. Eine Jury sprach ihm die Summe als Schadensersatz im Prozess gegen die Website "Gawker" zu - die will Berufung einlegen.

Der Ex-Wrestler Hulk Hogan hat von einer Jury in Florida 115 Millionen Dollar Schadensersatz zugesprochen bekommen. Die Website "Gawker" habe durch die Veröffentlichung eines Sexvideos seine Privatsphäre verletzt, heißt es. Nach der Verkündung des Urteils weinte der 62-jährige Ex-Wrestler Augenzeugen zufolge im Gericht.

"Gawker" hatte Anfang Oktober 2012 einen rund anderthalbminütigen Ausschnitt eines offenbar heimlich gefilmten, rund 30-minütigen Sexvideos des Wrestlers veröffentlicht. Dazu gab es eine detaillierte Beschreibung des unveröffentlichten Materials. Dafür hatte Hogan die Betreiber der Website auf 100 Millionen Dollar Schadensersatz verklagt.

In dem Zivilprozess appellierten Hogans Anwälte an die Jury, die Persönlichkeitsrechte ihres Mandaten gegen das öffentliche Interesse an Berichterstattung abzuwägen. Den Betreibern der Klatschseite sei es bei der Veröffentlichung des intimen Ausschnitts nur um Macht und Werbung gegangen - sie hätten Hogan, der mit bürgerlichem Namen Terry Bolea heißt, schaden wollen. Durch die Veröffentlichung habe er sich "komplett gedemütigt" gefühlt, sagte Hogan im Prozess.

"Gawker" habe sich nicht an journalistische Standards gehalten, bevor das Video veröffentlicht wurde, argumentierten die Anwälte. Zudem sei die Aufnahme nicht nachrichtenwürdig. Die Betreiber der Website hätten auch nicht den Mann kontaktiert, der das Video aufgenommen haben soll. Dabei habe es sich um den Radio-DJ Bubba the Love Sponge gehandelt, Hogans damaligen besten Freund und damaligen Ehemann der Sex-Partnerin in dem Video. Der einvernehmliche Sex soll mit Erlaubnis des DJs stattgefunden haben.

Öffentlichkeit "von der als Journalismus verkleideten Invasion in die Privatsphäre angeekelt"

Das Video soll entstanden sein, als Hogan noch mit seiner ersten Frau Linda zusammen war. Die Ehe scheiterte 2007, die Familie mit Tochter Brooke und Sohn Nick zerbrach. Der langjährige Champion der World Wrestling Entertainment (WWE) will von dem Video nichts gewusst haben.

Das Urteil zeige, dass die Öffentlichkeit "von der als Journalismus verkleideten Invasion in die Privatsphäre angeekelt sei", ließ Hogan nach dem vorläufigen Ende des rund zehntägigen Prozesses per Mitteilung verbreiten. "Das Urteil bedeutet: Das muss aufhören."

Die Anwälte von "Gawker" hatten sich in ihrer Verteidigung auf das öffentliche Interesse an dem Video berufen und die Veröffentlichung damit gerechtfertigt. Sexvideos mit Prominenten seien ein "kulturelles Phänomen". Sie kündigten an, das Urteil anfechten zu wollen. "Wir sehen die Berufung, mit deren Vorbereitung wir bereits begonnen haben, sehr positiv und erwarten, diesen Fall letztendlich zu gewinnen", sagte "Gawker"-Gründer Nick Denton. Wie auch sein früherer Chefredakteur Albert J. Daulerio war er als persönlich haftbar befunden worden. Auch zusätzliche Strafzahlungen sind aber noch möglich, darüber will das Gericht separat beraten.

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brt/AP/Reuters
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