Gerichtsentscheidung Gawker erleidet Schlappe im Streit mit Hulk Hogan

Es bleibt dabei: Gawker muss 140 Millionen Dollar Schadensersatz an Hulk Hogan zahlen. Bekannt wurde außerdem ein weiteres Detail: Der Ex-Wrestler hatte im Prozess wohl finanzielle Hilfe von Multimilliardär Peter Thiel.

REUTERS

Das Verfahren gegen Ex-Wrestler Hulk Hogan wird nicht neu aufgerollt. Ein Gericht im US-Bundesstaat Florida hat einen Antrag von Gawker Media zurückgewiesen. Das Unternehmen hatte einen neuen Prozess gefordert, da die Jury im ursprünglichen Prozess beeinflusst gewesen sei.

Das Gericht entschied zudem, dass die Entschädigungssumme, zu der Gawker verurteilt wurde, unverändert bleibt: 140 Millionen US-Dollar.

Eine Jury hatte der Wrestling-Legende Hogan die Summe zugesprochen, weil Gawker im Oktober 2012 ein Video aus dem Jahr 2007 veröffentlichte, auf dem Hogan Sex mit der Frau seines damaligen besten Freundes hatte. Hogan will nicht gewusst haben, dass er gefilmt wurde.

Gawker hat angekündigt, in Berufung zu gehen und das Urteil anzufechten.

Der Prozess bot tiefe Einblicke in das Geschäft mit Promi-Klatsch, aus dem immer mehr Details bekannt werden: Wie die "New York Times" berichtet, finanzierte der Multimilliardär Peter Thiel offenbar Hogans Prozess maßgeblich mit. Der PayPal-Gründer und Facebook-Investor soll demnach einige von Hogans Anwaltsrechnungen bezahlt haben. Offiziell ist diese Nachricht aber noch nicht bestätigt worden.

Thiel handelte offenbar aus persönlichem Interesse "gegen den gemeinsamen Feind". Dem Bericht zufolge hat der Milliardär nämlich seinerseits einen Disput mit der Website Gawker. Das Medienunternehmen hat den Investor demnach im Jahr 2007 in einem Artikel als schwul geoutet. Thiel, der nun öffentlich mit seiner sexuellen Orientierung umgeht, bezeichnete das Unternehmen daraufhin als "das Silicon-Valley-Äquivalent von al-Qaida".

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, das Gericht habe ein Berufungsgesuch von Gawker zurückgewiesen. Dies ist nicht korrekt: Gawker hatte einen neuen Prozess beantragt. Dies wurde abgelehnt. Nun will das Unternehmen das ursprüngliche Urteil anfechten und in Berufung gehen. Wir haben den Artikel entsprechend geändert und bitten, den Fehler zu entschuldigen.

kry/AP

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