Urteil in München Frauchen verliert Trennungsstreit um gemeinsame Hunde

Ein Paar lässt sich scheiden, die gemeinsamen Hunde bleiben beim Mann - woraufhin die Frau vor Gericht zieht. Das hat in dem Fall nun eine Entscheidung gefällt - im Sinne des Tierschutzes.

Amtsgericht München: "Ein Hund ist grundsätzlich als 'Hausrat' einzuordnen"
Sven Hoppe/DPA

Amtsgericht München: "Ein Hund ist grundsätzlich als 'Hausrat' einzuordnen"


Das Amtsgericht München hat in einem ungewöhnlichen Sorgerechtsstreit ein Urteil gefällt: Nach einer Scheidung ging es nicht um die gemeinsamen Kinder - sondern um zwei Bobtailmischlinge. Und die bleiben laut dem Beschluss nun beim Herrchen, wie das Gericht mitteilte.

Die Tiere bleiben somit an dem Ort, an dem sie bereits seit der Trennung Ende 2017 lebten. Die Klage des Frauchens auf Herausgabe mindestens eines der beiden Hunde wurde abgewiesen. Sie hatte angegeben, sich in der Ehe hauptsächlich um die beiden Tiere gekümmert zu haben.

Ein Hund sei "im Rahmen von Trennung und Scheidung zwar grundsätzlich als 'Hausrat' einzuordnen", sagte die zuständige Richterin. "Berücksichtigt werden muss aber, dass es sich um ein Lebewesen handelt." Es sei darum aus Gründen des Tierschutzes maßgeblich, zu wem das Tier eine Beziehung aufgebaut habe und wer seine Hauptbezugsperson sei.

Im konkreten Fall urteilte sie: "Es sind keine Anhaltspunkte dafür vorhanden, dass die Hunde beim Antragsgegner nicht gut versorgt würden." Darum müsse man ihnen keinen "erneuten Umgebungswechsel zumuten". Die Beschwerde der Klägerin wurde nach Gerichtsangaben bereits im August zurückgewiesen. Das Urteil ist daher rechtskräftig. (Hier erfahren Sie mehr über das Thema.)

Aktenzeichen: 523 F 9430/18

mxw/dpa



insgesamt 4 Beiträge
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comfortzone 20.09.2019
1. falsches Bild
Das Foto zeigt das Gebäude der Münchener Strafjustiz. Das für Zivilsachen zuständige Amtsgericht, das den geschilderten Fall verhandelt hat, befindet sich in der Pacellistraße. Zwar eine Nebensache, aber doch korrekturbedürftig.
franconia^ 20.09.2019
2. Tierliebe
Auf den ersten Blick mag man schmunzeln, dass wegen Hunden vor Gericht gezogen wird. Wer aber selbst einen Hund hat oder hatte, wird volles Verständnis haben und auch verstehen, dass Frauchen gerne ein Besuchsrecht hätte, was ihr, meine ich, gewährt werden sollte. Natürlich kann man auf dem Kopf von Hunden auch einen Paarkonflikt austragen. Es gibt kaum ein treueres Wesen auf der Welt als einen Hund. Im Gegensatz zu menschlichen Wesen wird man von einem Tier nie verraten oder betrogen. Wie war das eigentlich noch einmal mit Brechts Kreidekreis?
Antragsgegner 20.09.2019
3. Das ist halt das Ergebnis von zu viel Drama...
Mit einer vernünftigen Partnerin, mit der man sich im Frieden und mit Anstand trennen kann, hätte ich sicherlich ein Besuchsrecht eingeräumt. Stattdessen wurde Drama gemacht ohne Ende, mit massiven persönlichen Angriffen mit Tendenz zum Straftatbestand der Verleumdung. Der dominanten Dramaqueen ging es um Macht und Unterwerfung, und nicht darum, was rational sinnvoll ist. Und ich werde mir wohl kaum einmal im Monat Drama durch ein Besuchsrecht einhandeln, bis an mein Lebensende oder das Lebensende der Hunde. Auch im Sinne der Hunde geht das Urteil voll und ganz in Ordnung. Es gab schon vorher mehrere ähnliche Urteile vom OLG Nürnberg und OLG Oldenburg. Den Hunden geht es bestens, es sind übrigens keine Mischlinge, sondern beides reinrassige Bobtails mit Stammbaum.
Schlundi 21.09.2019
4. Sicherlich kein Urteil
Hier kann eigentlich kein "Urteil" rechtskräftig geworden sein, denn Hausratssachen sind Familiensachen und auch die angegebene Geschäftsnummer gehört zu einer Familiensache. Das Familiengericht entscheidet immer durch "Beschluss".
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