Indien 27-jährige Frau vergewaltigt und verbrannt - Demonstranten fordern harte Strafen

Vier Männer sollen eine Tierärztin in der Nähe der Stadt Hyderabad vergewaltigt und anschließend verbrannt haben. Indische Abgeordnete fordern Lynchjustiz und die Kastration der Täter.

Demonstranten in Indien fordern Gerechtigkeit
REUTERS/Ajay Verma

Demonstranten in Indien fordern Gerechtigkeit


Die Vergewaltigung und Ermordung einer 27-jährigen Tierärztin in Indien hat für heftige Proteste gesorgt. Die Frau war den ersten Ermittlungen zufolge vor wenigen Tagen in einer Vorstadt von Hyderabad von mehreren Männern vergewaltigt, anschließend mit Benzin übergossen und verbrannt worden. Vier Männer im Alter zwischen 20 und 28 Jahren wurden festgenommen.

Bei Protesten in Hyderabad, Neu Delhi und Bangalore forderten Demonstranten einen schnellen Prozess und harte Strafen gegen die vier Verdächtigen. Bereits am Samstag hatte die Polizei eine aufgebrachte Menge in Hyderabad unter Einsatz von Gewalt davon abhalten müssen, die Polizeistation zu stürmen, in der die vier Verdächtigen festgehalten worden waren.

Die frühere Schauspielerin Jaya Bachchan, die inzwischen Parlamentsabgeordnete ist, forderte zum "Lynchen" der Täter auf. Ein anderer Abgeordneter forderte, Vergewaltiger zu kastrieren. Demonstranten verlangten die Todesstrafe, wie im Fall von 2012, als eine Frau von sechs Männern vergewaltigt worden war und an den Folgen starb. Vier Männer wurden damals in einem ersten Gerichtsentscheid zum Tode verurteilt.

Vergewaltigung und Mord an einer Sechsjährigen

Während der Demonstrationen am Montag trafen Meldungen über die Vergewaltigung und Erdrosselung einer Sechsjährigen im Bundesstaat Rajasthan ein. Die halbnackte Leiche der Sechsjährigen war in einem Gebüsch entdeckt worden. Die Polizei nahm einen 40-Jährigen unter Tatverdacht fest. Das Mädchen war laut den ersten Ermittlungen vergewaltigt und mit dem Gürtel seiner Schuluniform erdrosselt worden.

Die offiziellen Statistiken für das Jahr 2017 geben für Indien eine Gesamtzahl von 33.000 Vergewaltigungen an, darunter mehr als 10.000 Vergewaltigungen von Minderjährigen. Die Dunkelziffer könnte aber deutlich höher liegen, auch weil viele Fälle vor Gericht nur sehr langsam behandelt werden. So befanden sich laut der Nachrichtenagentur Reuters 127.800 Fälle möglicher Vergewaltigungen Ende 2017 noch im laufenden Verfahren.

ptz/AFP/rtr



insgesamt 26 Beiträge
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k.klotz 02.12.2019
1. Wenn ...
... diese Männer dieser Tat überführt werden können - dann ist das ein angemessene Behandlung. Wer sich wie ein Monster verhält sollte entsprechend behandelt werden. Was dieser Frau angetan wurde wäre auch die angemessen Behandlung für die Täter.
sremeolb97 02.12.2019
2.
Traurig dass Politiker so archaische Praktiken befürworten. Grade als Politiker ist man in der Verantwortung rechtsstaatliche Prinzipien durchzusetzen. Dazu gehört die Bestrafung von Verbrechen genauso wie der Anspruch auf einen Prozess und die Achtung der menschlichen Würde, nicht nur auch sondern grade wenn es nicht opportun ist oder einem leicht fällt.
Nadelbaum 02.12.2019
3. Lynchjustiz
Wie kann man Lynchjustiz fordern? Lynchjustiz ist immer illegal, sonst würde man es ja nicht so nennen. Soll das heißen, dass der Mob auf der Staße einfach Verdächtige greifen und aufhängen darf? Ich hoffe nicht, und ich hoffe, dass auch in Indien die Rechtsstaatlichkeit bewahrt bleiben wird. Übrigens, im Artikel selbst steht nichts von einer derartigen Forderung, das ist nur mal wieder eine reißerische Überschrift von SPON.
christianu 02.12.2019
4. Emotionen sind nicht hilfreich
Die Tat ist unbedingt verwerflich, und die Täter müssen auch vor ein ordentliches Gericht gestellt werden. Wenn Parlamentsabgeordnete aber zum Lynchen aufrufen, stellen sie sich selbst in Frage. Für so etwas braucht man keinen Staat und keine Gesetze, also auch keine Abgeordnete. Auch wenn man glaubt, volksnah zu denken, kann man völligen Unsinn von sich geben.
bertholdalfredrosswag 02.12.2019
5. Meine Meinung
Nach erwiesener Schuld: Einschläfern, wie man es mit Tieren tut die Bestien sind.
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