Nach zweiter Abschiebung in den Libanon Clanchef Miri flog schon wieder in die Türkei

Kurz nach seiner Abschiebung hatte Ibrahim Miri den Libanon wieder verlassen. Die Clangröße nahm nach SPIEGEL-Informationen einen Flug in die Türkei - und wurde prompt nach Beirut zurückgeschickt.
Ibrahim Miri: Landung in Beirut - zum dritten Mal innerhalb weniger Monate

Ibrahim Miri: Landung in Beirut - zum dritten Mal innerhalb weniger Monate

Foto: EPA-EFE/ REX

Am vergangenen Samstag war Ibrahim Miri erst in den Libanon abgeschoben worden - kurz darauf war er schon wieder weg. Nach SPIEGEL-Informationen hat Miri den Libanon am Mittwoch vorübergehend Richtung Türkei verlassen.

Der 46-Jährige flog demnach mit einem libanesischem Pass von Beirut nach Istanbul. Dort angekommen verweigerten ihm die türkische Polizei allerdings die Einreise. Nach SPIEGEL-Informationen soll der Ex-Boss der Rockergruppe "Mongols MC Bremen" Widerstand geleistet haben, als er nach Beirut zurückfliegen sollte. Erst im zweiten Anlauf soll es gelungen sein, ihn zurück in den Libanon zu schicken. In der Nacht zum Donnerstag landete Miri schließlich erneut in Beirut - zum dritten Mal innerhalb weniger Monate.

Der Fall der nach einer Abschiebung im Sommer zurückgekehrten Unterweltgröße hatte in Deutschland die Öffentlichkeit empört (mehr über den Fall lesen Sie hier ). Miri, der sich über dreißig Jahre unrechtmäßig im Land aufhielt und zahlreiche Straftaten beging, ließ sich trotz einer verhängten Einreisesperre zurück nach Deutschland schleusen. Ende Oktober tauchte er wieder in Bremen auf und stellte einen zweiten Asylantrag.

In seiner Anhörung erklärte Miri, im Libanon um seine Sicherheit zu fürchten. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) lehnte den Antrag als offensichtlich unbegründet ab. Dass dem Intensivtäter im Libanon aufgrund einer angeblichen Familienfehde Gefahr für Leib und Leben drohe, glaubten ihm die Behörden nicht.

Innenminister Horst Seehofer (CSU) hatte den Fall zur Chefsache erklärt und als "Lackmustest für die wehrhafte Demokratie" bezeichnet. Nach entsprechenden Gerichtsentscheidungen wurde der Clanchef, der in Deutschland offiziell als staatenlos gemeldet war, im Rekordtempo erneut außer Landes gebracht. Hinter den Kulissen hatten sich deutsche Stellen für eine reibungslose Kooperation mit der libanesischen Grenzbehörde eingesetzt.

Mehr lesen über Verwandte Artikel