Illegal eingereister Intensivtäter Mutmaßlicher Helfer von Ibrahim Miri festgenommen

Der Fall Ibrahim Miri beschäftigt auch die Behörden in der Türkei: Dort wurde nun ein Mann festgenommen, der bei der illegalen Rückreise des Intensivtäters nach Deutschland geholfen haben soll.

Ibrahim Miri: Verdächtiger bei zahlreichen Straftaten (Archivfoto von 2014)
Carmen Jaspersen/ DPA

Ibrahim Miri: Verdächtiger bei zahlreichen Straftaten (Archivfoto von 2014)


In der Türkei haben Sicherheitskräfte einen mutmaßlichen Unterstützer des illegal nach Deutschland zurückgereisten libanesischen Clanchefs Ibrahim Miri festgenommen. Die türkische Nationalpolizei habe den Mann in Mersin festgenommen, teilte die Bundespolizei in Potsdam mit.

Der Verdächtige soll unter anderem Miri bei dessen Reise durch die Türkei geholfen haben, wie es in einer Mitteilung der Behörden heißt. Bundespolizeipräsident Dieter Romann dankte der Türkei "für die hervorragende und schnelle Zusammenarbeit".

Ibrahim Miri war im Sommer aus Deutschland in den Libanon abgeschoben und mit einem Einreiseverbot belegt worden. Der frühere Präsident der Rockergruppe Mongols MC Bremen kehrte jedoch im Oktober zurück nach Bremen - nach eigenen Angaben flog er zunächst mit gefälschtem Pass in die Türkei und fuhr dann versteckt in einem Lkw nach Nürnberg.

Waffenfund in einer Wohnung

Nach einigen Tagen sei er nach Bremen weitergereist, wo er sich den Behörden stellte und Asyl beantragte. Unmittelbar danach wurde er festgenommen und sitzt seither in Abschiebehaft. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge lehnte den Asylantrag der libanesischen Clangröße als "offensichtlich unbegründet" ab, Miris Anwalt kündigte Rechtsmittel gegen diese Entscheidung an.

Vor einer Woche hatten Polizisten nach SPIEGEL-Informationen eine Wohnung in der Bremer Innenstadt durchsucht, in der auch Miris Mutter lebt. Dabei stellte die Polizei scharfe Munition sicher, die ihrem Sohn zugeordnet wird. Es handelt sich um mehr als 30 Kurzwaffenpatronen des Kalibers .45. Die Polizei leitete ein weiteres Ermittlungsverfahren gegen Miri wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz ein.

In derselben Wohnung war Miri in den frühen Morgenstunden des 10. Juli von einem Spezialkommando der Bundespolizei überrascht worden und in einer geheim geplanten Aktion von dort aus über Berlin in den Libanon abgeschoben worden. Die Operation trug den Titel "Störung der Nachtruhe des Herrn Miri".

Die Wohnung stand schon früher im Fokus von Ermittlungen gegen Ibrahim Miri. So entdeckte die Polizei im Jahr 2013 im Keller des Mehrfamilienhauses eine Cannabisplantage. Der verbrauchte Strom der Plantage lief damals über den Stromzähler jener Wohnung, in der auch Miris Mutter lebt.

mxw/AFP



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