Prozess um Tankstellen-Mord »Ich kann Ihnen nicht verzeihen«

Im Prozess um die Tötung eines Tankstellenmitarbeiters hat sich die Mutter des Opfers geäußert. Sie sprach den Angeklagten direkt an.
Mario N. vor Gericht: »Ich kann nicht erwarten, dass Sie mir verzeihen«

Mario N. vor Gericht: »Ich kann nicht erwarten, dass Sie mir verzeihen«

Foto: SEBASTIAN GOLLNOW / AFP

Das Landgericht Bad Kreuznach verhandelt den Mord an einem Tankstellenmitarbeiter in Idar-Oberstein – und in der Verhandlung kam es zu bewegenden Szenen, als die Mutter des Opfers aussagte.

Mario N. ist wegen Mordes an ihrem Sohn angeklagt. Er hat zugegeben, den 20-jährigen Kassierer einer Tankstelle im Streit um die Maskenpflicht getötet zu haben.

Mario N. hatte die Mutter seines Opfers in einem Brief um Entschuldigung gebeten. Vor Gericht erklärte die Frau: »Ich kann Ihnen nicht verzeihen.« Das könne er nicht von ihr erwarten.

Der Angeklagte antwortete mit brüchiger Stimme: »Ich kann nicht erwarten, dass Sie mir verzeihen. Aber ich will, dass Sie wissen, dass es mir leidtut.«

Ein hilfsbereiter Mensch

Die Frau hatte zuvor über die schrecklichen Erlebnisse des Abends berichtet, an dem ihr einziger Sohn erschossen wurde – und wie sie von seinem Tod erfuhr. Ihr Sohn sei ein sehr hilfsbereiter und fröhlicher Mensch gewesen, die Welt sei seit seinem Tod dunkler geworden. Sie selbst habe seitdem Alpträume und sei in psychiatrischer Behandlung.

Laut Erklärung seines Verteidigers stritt sich N. am 18. September beim Bezahlen an einer Tankstelle in Idar-Oberstein mit dem Kassierer über die Maskenpflicht. N. verließ die Tankstelle demnach ohne die Ware. Zu Hause habe er sich immer mehr über die Situation in der Tankstelle geärgert und beschlossen, die Sache nicht auf sich beruhen zu lassen.

Rund anderthalb Stunden nach seinem ersten Besuch im Geschäft kehrte N. laut Anklage mit Maske zurück. N. zog sie demnach an der Kasse herunter, um eine Reaktion des Angestellten zu provozieren.

Es kam zu einem kurzen Wortwechsel, in dem er dazu aufgefordert wurde, die Maske wieder aufzusetzen. Daraufhin schoss der 50-Jährige dem 20-Jährigen aus kurzer Distanz ins Gesicht.

jpz/dpa
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