Attacke in Idar-Oberstein Tödlicher Schuss auf Tankstellenmitarbeiter – Anklage wegen Mordes erhoben

Mario N. hat in Rheinland-Pfalz einen Tankstellenmitarbeiter erschossen. Nun ist Anklage erhoben worden. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Ablehnung der Coronamaßnahmen »mitursächlich« für die Tat war.
Tatort in Idar-Oberstein (Archivbild): Schauplatz eines tödlichen Angriffs

Tatort in Idar-Oberstein (Archivbild): Schauplatz eines tödlichen Angriffs

Foto: Christian Schulz / dpa

Im Fall einer tödlichen Attacke auf einen Tankstellenmitarbeiter im rheinland-pfälzischen Idar-Oberstein nach einem Streit über die Maskenpflicht hat die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach Anklage wegen Mordes gegen den 49-jährigen Mario N. erhoben. Das teilte die Behörde mit .

Sie wirft dem Mann vor, im September vergangenen Jahres den 20-jährigen Mitarbeiter erschossen zu haben. Außerdem beschuldigt sie ihn des unerlaubten Führens der Tatwaffe und des unerlaubten Besitzes einer weiteren Schusswaffe. Das Landgericht Bad Kreuznach muss nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden.

Der Anklage zufolge hatte N. am Tattag in der Tankstelle einkaufen wollen. Da er keine Mund-Nasen-Bedeckung trug, soll es eine kurze Diskussion mit dem Mitarbeiter gegeben haben. N. habe die Tankstelle verlassen und sei gut eineinhalb Stunden später mit Maske zurückgekehrt. An der Kasse habe er die Maske dann heruntergezogen, danach sei es erneut zu einem kurzen Wortwechsel gekommen. Schließlich habe der 49-Jährige einen Revolver gezogen und sein Opfer mit einem Schuss in den Kopf getötet.

Der Angeschuldigte gestand die Tat in einer ersten polizeilichen Vernehmung, mittlerweile schweigt er. Er sitzt in Untersuchungshaft. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, soll die »nachdrückliche Ablehnung« der Maßnahmen zur Bekämpfung der Coronapandemie zumindest »mitursächlich« für die Tat gewesen sein. Er dürfte den Getöteten als mitverantwortlich für die Gesamtsituation gesehen haben, weil dieser die Maskenpflicht habe durchsetzen wollen. N. war davor polizeilich nicht in Erscheinung getreten.

bbr/AFP