Fall Maria in Griechenland Gericht beschuldigt Roma-Paar der Kindesentführung 

Sie wollen das Mädchen von einer Bulgarin bekommen haben: Ein 39 Jahre alter Mann und eine 40-jährige Frau bestreiten vor einem griechischen Richter, die kleine Maria entführt zu haben. Es habe sich um eine "nicht ganz legale Adoption" gehandelt, sagte ihr Verteidiger. Das Paar bleibt in Haft.

Von , Thessaloniki


Woher stammt Maria? Wer sind ihre Eltern? Und wie kam sie in eine Roma-Siedlung in Zentralgriechenland? Der Fall des kleinen Mädchens stellt die Polizei vor Rätsel. Fest steht nach einem DNA-Test nur: Ein 39-jähriger Mann und eine 40 Jahre alte Frau, bei denen Maria gefunden worden ist, sind nicht die Eltern des Kindes.

Inzwischen wurden die beiden getrennt vernommen und in der Stadt Larisa einem Untersuchungsrichter vorgeführt. Die Ermittler werfen ihnen unter anderem Kindesentführung vor, dem Paar drohen zehn Jahre Freiheitsstrafe. Der Richter ordnete Untersuchungshaft an.

Die leibliche Mutter sei eine bulgarische Roma, die ihr Kind über einen bulgarischen Vermittler verkauft habe, soll der 39-Jährige in seiner Vernehmung ausgesagt haben. Die echte Mutter sei noch immer in Griechenland, behauptete der Verdächtige.

"Ich hatte Mitleid mit dem Mädchen"

Das Paar habe Maria aus Wohltätigkeit aufgenommen, weil die leibliche Mutter es sich nicht habe leisten können, das Mädchen aufzuziehen, teilten die Verteidiger mit. "Es war eine nicht ganz legale Adoption, aber sie fand mit der Einwilligung der Mutter statt", sagte Anwalt Constantinos Katsavos.

Dazu passt, was der TV-Sender Skai berichtete: Demnach sagte die 40-Jährige zu den Ermittlungsrichtern, es handle sich um einen Fall illegaler Adoption, nicht um Entführung. "Ich hatte Mitleid mit dem Mädchen, als die biologische Mutter es mir gab. Ich begann es zu lieben. Ich habe sie nicht verkauft, ich konnte diesen Engel nicht gehen lassen."

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Ermittlungen in Griechenland: Ein Rätsel namens Maria
Ob Entführung oder nicht: Der Fall sorgt für Aufmerksamkeit, weil er geeignet ist, Vorurteile gegen Roma zu schüren. Darauf hatte bereits Antonis Tsakiris, Vizepräsident der Panhellenischen Föderation griechischer Roma-Verbände (Poser), aufmerksam gemacht, als er sagte, der vorliegende Fall sei "einzigartig" und sage nichts über die Roma Griechenlands im Allgemeinen aus.

Tatsächlich sagt der Fall vor allem etwas darüber aus, wie bisher das Meldewesen in Griechenland funktioniert, wie leicht falsche Dokumente zu bekommen sind. Maria war zufällig bei einer Razzia in einer Roma-Siedlung in der Nähe von Farsala gefunden worden, einer Stadt in Zentralgriechenland, etwa 40 Kilometer von Larisa entfernt, zwischen Athen und Thessaloniki im Norden des Landes.

Das Paar hatte die Fürsorge für insgesamt 14 Kinder, vier davon konnten die Behörden bisher auffinden und identifizieren. Ob die übrigen zehn überhaupt leben oder nur erfunden wurden, um Sozialleistungen zu kassieren, ist unklar. Das Paar profitierte bei der Registrierung der 14 Kinder offenbar von den schlechten Zuständen in der zuständigen Behörde. Und von Gesetzen, die im Fall einer Geburt außerhalb einer Klinik lediglich vorsehen, dass die Eltern und zwei Zeugen sich ausweisen und eine Erklärung unterzeichnen müssen, um eine Geburtsurkunde zu erhalten. Die Regierung will nun für diese Fälle DNA-Tests einführen.

Es gibt aber noch Ungereimtheiten. Der 39-Jährige soll versucht haben, seine Lebensgefährtin verantwortlich zu machen. In seiner Aussage gab der Mann laut griechischen TV-Berichten zu Protokoll, er habe nichts mit dem Fall zu tun. Er habe seine damalige Partnerin aufgefordert, das Kind nicht anzunehmen. "Ich sagte ihr: Das Mädchen ist eine Zeitbombe. Gib sie zurück." Von seiner Freundin sei er inzwischen getrennt.

Die Ermittler veröffentlichten Fotos des Paares, um neue Hinweise auf die biologischen Eltern des Mädchens zu bekommen. Den Angaben zufolge nutzte die 40-Jährige auch eine falsche Identität.

Maria bleibt vorerst im Hospital. Sie wird von Psychologen und Sozialarbeitern betreut und befindet sich in der Obhut einer Wohltätigkeitsorganisation namens "Kinderlächeln". Der Organisation zufolge ist Maria ruhig, schläft und isst gut und spielt mit Puppen.

Maria ist älter als bisher geschätzt

Das Kind habe nur einige Sätze griechisch gesprochen, sagte der Vorsitzende der Stiftung im griechischen Fernsehen. Er bestätigte, dass Maria nicht nach ihren Eltern gefragt habe.

Nach zahnärztlichen Untersuchungen wird das Alter des Mädchens inzwischen mit fünf bis sechs Jahren angegeben. Zunächst war sie auf vier Jahre geschätzt worden. Damit ändert sich auch der Zeitraum, den griechische Ermittler in Zusammenarbeit mit Interpol auf Kindesentführungen überprüfen.

Der Fall Maria bewegt die Gemüter. Kate und Gerry McCann, die Eltern der 2007 verschwundenen Maddie, ließen mitteilen, dass Marias Fall ihnen Hoffnung gebe. Bei der Organisation "Kinderlächeln" sind allein am Wochenende rund 8000 Anrufe eingegangen - von Eltern, die ihre Kinder vermissen, und anderen, die einfach nur helfen wollen.

Wie der Rundfunksender Skai meldete, bekamen die griechischen Behörden genetisches Material aus mindestens acht europäischen Ländern geschickt. Es stamme von Paaren, die hofften, dass Maria ihr vermisstes Kind sein könnte.

Am Montag durchsuchte die Polizei zwei weitere Roma-Lager in der Nähe von Athen. Neun Personen wurden festgenommen. Laut Polizei gab es in den ersten neun Monaten des Jahres mehr als 600 Razzien bei Roma allein im Raum Athen.

Mit Material von Reuters und dpa



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lorberost 21.10.2013
1. Kinderhandel .....
Ich wurde einmal in einem Dorf nahe der ukrainischen Grenze von einer Frau gefragt, ob ich der Albaner sei, der Kinder kauft. Erst hatte ich eine Riesenwut auf diese blöde Kuh, die mich sowas fragt, denn erstens einmal sehe ich nicht aus, wie ein Albaner - und Kinder kaufen!!!??? Ich bin dann der Geschichte nachgegangen und tatsächlich wurde an diesem Tag ein 10 jähriges Mädchen von einem Albaner mit einem Mercedes gekauft und zwar um damals 6 DM. Da geht´s nicht einmal um "kaufen", sondern den Eltern wurde versprochen, daß das Mädchen eine gute Ausbildung bekommt - und den Eltern war es recht, weil sie damit um einen Esser weniger zu versorgen hatten. Ich bin dann zur örtlichen Polizei und habe dem Polizisten dort den Namen und die Adresse der Familie gesagt - der schaut mich an und fragt mich, was ich will, was er mir machen soll. Wörtlich: "Ich sitze hier ohne Auto, ohne Moped, ohne Fahrrad und ohne Telephon" Ich bin dann in die nächste Stadt nach Suceava und habe dort erfahren, wie das funktioniert: Das Mädchen wird gekauft, ein Arzt stellt ein Dokument aus, daß das Mädchen dringend ins Ausland muß zu einer Operation - somit wird ein Reisepaß ausgestellt und das Mädchen ist noch am selben Tag für immer verschwunden. Erst für Sex-Videos - später dann für Organspenden. Wer sind nun die Schweine in diesem Geschäft? Die, welche Kinder kaufen? Die, welche die Videos machen? Die, welche die Organe rausschneiden und verkaufen? Die Kunden, die das alles bezahlen? Die sitzen übrigens meistens im Westen und bezahlen in Euro. Ist ja bloß eine kleine Niere für das Kind aus dem Westen. Noch was: Bei den Zigeuner untereinander gilt: Je heller die Haut, desto "schöner" - je dunkler die Haut, desto "häßlicher". Somit ist ein helles Kind immer eine Freude in einer Familie und man hofft, daß sich die helle Hautfarbe weitervererbt an die nächsten Generationen. Angeblich wurde für diese Methode der "Aufhellung" früher tatsächlich hellhäutige Kinder gestohlen. Bernhard, dem solche Geschichten wie die im Artikel gewaltig auf die Nerven gehen, weil sich die Leute selbst ihren sowieso schon schlechten Ruf noch mehr ruinieren und der seit 7 Jahren Ehrenmitglied der rumänischen Zigeunerpartei ist.
paul.45888 21.10.2013
2. Vorurteile
Ok, evtl. irgendwo gekidnapptes Kleinkind, ein Haufen anderer Kinder erfunden, um Stütze zu kassieren - nein, das kann nicht dazu führen, Vorurteile gegen Roma zu verstärken. Ist sicher ein totaler Einzelfall. Ich persönlich kenne aufgrund meiner Arbeit nur bestens integrierte Roma-Familien, wo die Väter auf Steuerkarte hart schuften und die Mütter ihre Kinder liebevoll umsorgen und darauf achten, dass sie jeden Tag pünktlich in der Schule erscheinen und aufs Abitur hinarbeiten, damit aus ihnen später was wird. Diese Geschichten von Betrügern, Bettel-, Klau- und Einbrecherbanden werden doch hier in Deutschland lediglich von Nazis und Ewiggestrigen geschürt.
alwalis 21.10.2013
3.
Zitat von sysopAFPSie wollen das Mädchen von einer Bulgarin übernommen zu haben: Vor einem griechischen Richter bestreiten ein 39-Jähriger und eine 40-Jährige die Entführung der kleinen Maria. Es habe sich um eine "nicht ganz legale Adoption" gehandelt, sagte ihr Verteidiger. Das Paar bleibt in Haft. In Griechenland aufgefundenes Mädchen Maria: Suche nach den Eltern - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/panorama/justiz/in-griechenland-aufgefundenes-maedchen-maria-suche-nach-den-eltern-a-929111.html)
Möglicherweise stimmt es ja, dass die so an das Kind gekommen sind. Ich kann das gut glauben, wenn man von den zahlreichen Fällen liest, wo die Kinder nach der Geburt einfach irgendwo abgelegt werden oder noch ganz anders "behandelt" werden. Das Ganze wird jetzt natürlich durch die mediale Presse gedreht, bis der letzten Tropfen rausgepresst ist. Keine Ahnung, wie widerlich ich das finden soll. Das Kind ist natürlich sehr hübsch, dazu noch blond usw.. Das gefundene Fressen für alle, die ja immer schon alles gewusst haben. Man sollte dabei aber nicht vergessen, dass das Kind immerhin gesund ist und offenbar nicht misshandelt wurde.
matthyk 21.10.2013
4. Die Aussage
...scheint auch leider einiges über diese Stiftung auszusagen. Wie sollte sie denn auch fragen, wenn dort anscheinend niemand in ihrer Muttersprache mit ihr kommunizieren kann? Die wollen das Mädchen, dass ihnen so große mediale Aufmerksamkeit beschert, mit Sicherheit nicht wieder freiwillig hergeben - auch wenn das zum Wohl des Kindes wäre... Alleine, dass man so eine Aussage in der Öffentlichkeit macht, tritt doch das Kindeswohl mit Füßen.
aus_dem_off 21.10.2013
5.
Die Geschichte schürt Vorurteile in alle Richtungen: Griechenland hat eine unfähige Verwaltung, Roma stehlen Kinder und osteuropäische Frauen verkaufen ihre Kinder und von allem könnte die Geschichte etwas haben. Der wahre Ablauf der Ereignisse ist ohne die Mithilfe der beiden selbsternannten Eltern kaum zu klären. Kinder kann man nicht einfach auflesen, egal unter welchen Umständen. Und die Aufnahme durch diese Roma-Familie war ganz bestimmt keine glückliche Fügung für das Kind. Da ist man doch froh, in Deutschland zu leben, wo solche Geschichten durch die Behörden vielleicht nicht verhindert aber massiv erschwert werden.
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