Indien Trio soll Dreijährige vergewaltigt und enthauptet haben

Ein grausames Verbrechen erschüttert Indien: Drei Männer haben im Osten des Landes mutmaßlich ein Kleinkind entführt, vergewaltigt und ermordet. Zwei der Beschuldigten haben Geständnisse abgelegt.

Proteste gegen sexualisierte Gewalt in Kalkutta
Rupak De Chowdhuri/REUTERS

Proteste gegen sexualisierte Gewalt in Kalkutta


Ein dreijähriges Mädchen ist in Indien auf einem Bahnhof entführt und anschließend mutmaßlich vergewaltigt und enthauptet worden. Die Polizei im östlichen Bundesstaat Jharkhand nahm drei verdächtige Männer fest, darunter laut Bahnpolizei auch einen Mann, der die Mutter des Kindes begleitet hatte.

Das Mädchen hatte den Angaben zufolge mit seiner Mutter und deren Begleiter am vergangenen Freitag an einer Bahnstation in der Stadt Jamshedpur geschlafen, als es plötzlich verschwand. Auf Aufnahmen von Überwachungskameras war demnach zu sehen, wie ein Mann ein schlafendes Kind wegträgt. Diese Aufnahmen halfen den Ermittlern zufolge, die drei Tatverdächtigen zu identifizieren und festzunehmen.

Zwei Männer hätten gestanden, das Mädchen vergewaltigt, gewürgt und geköpft zu haben, sagte ein Behördensprecher. Demnach führten die beiden die Beamten zur zerstückelten Leiche des Kindes, die sich in einer Tasche an einem abgelegenen Ort etwa vier Kilometer von der Bahnstation entfernt befand. Von der Polizei eingesetzte Spürhunde fanden den Kopf der Dreijährigen bisher nicht.

Sexuelle Gewalt gegen Frauen und auch Kinder ist in Indien weitverbreitet. Zwischen 2012 und 2016 stieg die Zahl der gemeldeten Vergewaltigungen offiziellen Statistiken zufolge um 60 Prozent auf 40.000. Die tatsächliche Zahl liegt vermutlich deutlich höher, da vor allem in ländlichen Gebieten viele Fälle nicht gemeldet werden.

Erst vor wenigen Wochen hatte Gericht mehrere Männer schuldig gesprochen, ein achtjähriges Mädchen mehrfach vergewaltigt und ermordet zu haben. Das Kind gehörte zu einer muslimischen Minderheit, die als Nomaden und Hirten in den Wäldern Kaschmirs lebt.

Das Gericht verurteilte drei der Männer zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Sie sollen das Mädchen missbraucht und getötet haben. Die anderen drei Verurteilten - alle Polizisten - halfen nach Überzeugung des Gerichts, Beweise zu beseitigen. Sie sollen fünf Jahre ins Gefängnis. Einen siebten Angeklagten sprach der Richter mangels Beweisen frei.

Der Fall hatte in ganz Indien Entsetzen ausgelöst. Nach landesweiten Protesten hatte die Regierung die Möglichkeit einer Todesstrafe für Vergewaltiger von Kindern unter zwölf Jahren eingeführt. Zuvor konnte maximal eine lebenslange Freiheitsstrafe verhängt werden.

mxw/dpa

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