Sexuelle Gewalt in Indien Männergruppe vergewaltigt Amerikanerin

Sie fuhren zu einem abgeschiedenen Ort und vergingen sich an ihr: Drei Männer haben in Indien eine Amerikanerin vergewaltigt. Die Täter sind auf der Flucht. In Mumbai will eine Ratsfrau mit einem ungewöhnlichen Vorschlag sexuelle Gewalt bekämpfen.

Indischer Bundesstaat Himachal Pradesh: Abendliche Szenerie in den Straßen von Manali
picture alliance/ DUMONT Bildarchiv

Indischer Bundesstaat Himachal Pradesh: Abendliche Szenerie in den Straßen von Manali


Neu-Delhi - Im nordindischen Manali ist eine US-Amerikanerin von mehreren Männern vergewaltigt worden. Die 30-Jährige wollte laut Polizei per Anhalter zurück in ihr Gästehaus fahren, als sie von Männern in einem Lieferwagen mitgenommen wurde. Die drei Männer seien mit ihr an einen abgeschiedenen Ort gefahren, wo sie sich an ihr vergangen hätten. Die Täter sind auf der Flucht. Die Behörden richteten an Straßen Kontrollpunkte ein.

Immer wieder werden aus Indien Fälle wie dieser bekannt. Im März hatten mehrere Männer eine Touristin aus der Schweiz vergewaltigt; in dem Fall sind inzwischen sechs mutmaßliche Täter festgenommen worden. Ebenfalls im März sprang eine Britin aus ihrem Hotelzimmer im dritten Stock, weil sie einen sexuellen Übergriff durch den Hotelbesitzer fürchtete. Der Mann wollte sich gewaltsam Zutritt zu dem Raum verschaffen.

Sexuelle Gewalt ist in Indien stärker in den Fokus gerückt, nachdem eine junge Frau im Dezember in Neu-Delhi in einem Bus gefoltert und vergewaltigt worden war. Sie erlitt dabei so schwere Verletzungen, dass sie kurz darauf in einem Krankenhaus starb. Der Fall löste heftige Proteste aus, es wurde besserer Schutz für Frauen gefordert.

Die Regierung verschärfte die Strafen für Vergewaltiger. Wenn Frauen wegen sexueller Übergriffe sterben oder ins Koma fallen, können Täter nun auch hingerichtet werden. Zudem wurden Voyeurismus, Stalking, Säureangriffe und Frauenhandel unter Strafe gestellt.

Zudem erwägt der Stadtrat von Mumbai, das Vorzeigen von Unterwäsche zu verbieten, und sei es nur bei Schaufensterpuppen. Der Anblick würdige Frauen herab, sagte Ratsfrau Ritu Tawde. Männer würden durch leicht bekleidete Puppen womöglich zu Übergriffen provoziert.

Der Vorschlag ist äußerst umstritten. Ein Sprecher eines Handelsverbands sagte, Pornografie sei heutzutage überall abrufbar. "Da macht eine Schaufensterpuppe keinen Unterschied."

ulz/AP

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