Nach Kinderleichenfund in Indien Mob prügelt Schuldirektor zu Tode

Nach dem Tod zweier Schüler hat eine wütende Menschenmenge in Indien deren Schulleiter mit Stockhieben und Fußtritten so schwer verletzt, dass er starb. Der Polizei zufolge hatte der Direktor mit dem Leichenfund nichts zu tun.


Im ostindischen Bundesstaat Bihar sind zwei Schüler von sieben und acht Jahren tot in einem Kanal aufgefunden worden. Das Entsetzen und die Trauer bei den Hinterbliebenen waren groß. Noch ist unklar, wie die Kinder ums Leben kamen. Doch die Wut der Menschen war so groß, dass sie den Schulleiter als angeblich Verantwortlichen angingen.

Am Sonntag versammelte sich ein wütender Mob in den Straßen des Dorfes Nirpur und verletzte den Direktor Devendra Prasad tödlich. Der Sender India Today zeigte Videoaufnahmen von der gnadenlosen Hatz auf den Direktor. Darauf ist zu sehen, wie mehrere Menschen einen am Boden Liegenden mit Füßen treten und mit einem Stock auf ihn einschlagen. Schaulustige stehen daneben und betrachten das Geschehen, ohne einzugreifen.

Der Schulleiter konnte noch in ein Krankenhaus gebracht werden. Allerdings erlag er dort seinen schweren Verletzungen. Die Leiche werde derzeit obduziert, um die genaue Todesursache festzustellen, sagte ein Polizeisprecher.

Am Tatort wurden Fahrzeuge umgeworfen und in Brand gesteckt. Auch gegen Polizeibeamte, die zur gleichen Zeit im Fall der toten Minderjährigen ermittelten, ging die Menge vor. Man werde alles tun, um die Schuldigen ausfindig zu machen, hieß es aus Ermittlerkreisen.

Festnahmen gab es zunächst keine. Ersten Erkenntnissen zufolge gibt es keine Hinweise darauf, dass Lehrer der Schule den Tod der Kinder verantwortet hätten.

ala/dpa



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