Indien Polizei befreit Opfer von Gruppenvergewaltigung

In Neu-Delhi hat es erneut eine Gruppenvergewaltigung gegeben. Mehrere Männer haben sich in einer Wohnung an einer Frau vergangen. Die Polizei konnte die Verdächtigen nach einer Verfolgungsjagd durch die Stadt festnehmen.


Neu-Delhi - Nach einer erneuten Gruppenvergewaltigung in Neu-Delhi hat die indische Polizei das Opfer aus der Gewalt ihrer vier mutmaßlichen Peiniger befreit. Die Polizei in der Hauptstadt habe den Wagen der Verdächtigen mit der von ihnen verschleppten Frau nach einer Verfolgungsjagd gestoppt, sagte Distrikt-Polizeichefin Sindhu Pillai.

Laut "Hindustan Times" fuhren die Männer durch die Straße und ignorierten einen Checkpoint, worauf Polizisten die Verfolgung aufnahmen. Die Männer hatten die 24-jährige Mutter laut Pillai Mittwochnacht in einer Wohnung vergewaltigt. Medienberichten zufolge sollen sie sich auch in dem Auto an ihr vergangen haben. Die Frau sei untersucht worden. Sie soll der Polizei laut "Hindustan Times" gesagt haben, einer der Angreifer sei ein Bekannter.

Der Fall erinnert an die Vergewaltigung einer 23-Jährigen in Neu-Delhi im vergangenen Dezember. Mehrere Männer hatten sich an ihr in einem fahrenden Bus vergangen. Die Frau war ihren Verletzungen erlegen. Fünf Männer stehen deswegen bereits vor Gericht. Seit Bekanntwerden des Falls wird in Indien verstärkt über sexuelle Gewalt diskutiert. Zudem wurde ein Gesetz verabschiedet, wonach Vergewaltigungen mit der Todesstrafe geahndet werden können.

In Indien wurden laut "Hindustan Times" im Jahr 2011 mehr als 24.000 Fälle von Vergewaltigung registriert. Frauenrechtlerinnen zufolge ist die Dunkelziffer aber extrem hoch, weil Vergewaltigungsopfer oft sozial stigmatisiert werden und die Übergriffe deshalb nicht melden. Am Donnerstag hatte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch eine Studie vorgestellt, wonach auch missbrauchte Kinder in Indien kaum Hilfe von Ärzten und Polizisten erfahren.

Auch wenn sexuelle Gewalt in Indien wegen des Falles der 23-Jährigen im Fokus steht, ist das Land mit diesem Problem bei weitem nicht allein. In dieser Woche sorgte ein Vergewaltigungsfall in Südafrika für Proteste. Mehrere Männer vergingen sich an einer 17-Jährigen, schlitzten sie am Unterleib auf und ließen sie auf einer Baustelle liegen. Die junge Frau überlebte lange genug, um einen der Angreifer, einen 22-Jährigen, zu identifizieren. Wenig später nahm die Polizei einen weiteren mutmaßlichen 21-jährigen Täter fest.

In Südafrika erfährt jede vierte Frau sexuelle Gewalt. Das Land hat weltweit die höchste Rate an Vergewaltigungen von Babys und jungen Mädchen - einen öffentlichen Aufschrei gibt es meist nur bei besonders brutalen Fällen.

ulz/dpa/AP

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