Skandal in Indien Etwa hundert Menschen sterben an gepanschtem Schnaps

200 Verdächtige wurden gefasst, 30 Behördenmitarbeiter suspendiert - darunter auch Polizisten: In Indien haben sich Dutzende Menschen mit gepanschtem Alkohol vergiftet. Die Ermittler rechnen mit weiteren Opfern.


Etwa hundert Menschen sind im Norden Indiens nach dem Konsum von gepanschtem Alkohol gestorben. Das teilten die zuständigen Behörden in den Bundesstaaten Uttar Pradesh und Uttarakhand mit. Die Polizei nahm rund 200 Menschen in Verbindung mit dem Vorfall fest, darunter zahlreiche Schwarzhändler.

Der schwarz gebrannte Schnaps sei in allen Fallen höchstwahrscheinlich die Todesursache gewesen, hieß es. Weitere Tests würden noch durchgeführt, sagte der medizinische Direktor des staatlichen Krankenhauses in der Stadt Meerut in Uttar Pradesh, Raj Kumar.

Dutzende Menschen befinden sich noch in medizinischer Behandlung, die Behörden rechnen mit weiteren Todesfällen. Hunderte Liter des illegal gebrannten Alkohols wurden beschlagnahmt. Zudem wurden mehr als 30 Behördenmitarbeiter wegen Fahrlässigkeit oder Beteiligung an dem Handel vorläufig von ihren Aufgaben freigestellt, darunter zehn Polizeibeamte.

Der Konsum von schwarz gebranntem Schnaps ist in Indien weit verbreitet. Er ist deutlich günstiger als importierte alkoholische Getränke und etablierte indische Marken. Immer wieder wird Schnaps mit Industrialkohol oder anderen Substanzen hergestellt, die zu schweren Vergiftungen führen können.

Nach offiziellen Angaben sterben in Indien jedes Jahr etwa 1000 Menschen am Konsum von gepanschtem Alkohol.

mxw/dpa



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