Indischer Ozean Piraten kapern Supertanker vor kenianischer Küste

Große Beute: Somalische Seeräuber haben einen saudischen Öltanker vor der Küste Kenias gekapert. Das Schiff ist 330 Meter lang, an Bord sind nach Angaben der US-Marine 25 Besatzungsmitglieder.


Nairobi - Den Angaben zufolge handelt es sich bei der "Sirius Star" des saudi-arabischen Ölriesen Aramco um das größte Schiff, das die Piraten am Horn von Afrika in den vergangenen Monaten in ihre Gewalt brachten. Zudem schlugen die somalischen Seeräuber erstmals weit außerhalb ihres üblichen Operationsgebiets zu.

Der Supertanker sei 833 Kilometer südöstlich der kenianischen Hafenstadt Mombasa gekapert worden, sagte ein US-Marinesprecher. Nach Angaben des Außenministeriums in London sind auch zwei Briten an Bord des Schiffs, das unter liberianischer Flagge fährt. Zudem sollen Kroaten, Polen, Philippiner, Italiener und Saudis zur Crew gehören.

Allein in diesem Jahr gab es dutzende Piratenüberfälle vor der somalischen Küste. Insgesamt wurden seit Jahresbeginn 63 Zwischenfälle gemeldet.

Erst in der vergangenen Woche kaperten somalische Piraten im Golf von Aden ein philippinisches Frachtschiff mit 23 Besatzungsmitgliedern an Bord. Einen zweiten Piratenangriff im Golf von Aden konnte die indische Kriegsmarine verhindern, als ein indisches Kriegsschiff einen Notruf des indischen Handelsschiffes "MV Jag Arnav" empfing.

Der Golf von Aden gilt als der gefährlichste Seeweg für Handelsschiffe, weil dort Seeräuber aus dem Bürgerkriegsland Somalia ihr Unwesen treiben. Ziel der Seeräuber ist es meist, Lösegelder in Millionenhöhe zu erpressen. Mindestens zwölf Schiffe und rund 250 Besatzungsmitglieder sollen noch in der Hand der Piraten sein, darunter auch der ukrainische Frachter "Faina" mit 33 Kampfpanzern an Bord.

Vor der Küste Somalias sind Kriegsschiffe der Nato gegen Piraten im Einsatz, die EU will von Mitte Dezember an fünf bis sieben Schiffe in den Einsatz gegen die Seeräuber schicken. Auch andere Staaten haben bereits Kriegsschiffe in die Region entsandt.

han/dpa/AP



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