Indonesien Franzose wegen Drogenschmuggels zum Tode verurteilt

Félix Dorfin wurde im September mit drei Kilogramm Drogen im Koffer am Flughafen der indonesischen Insel Lombok festgenommen. Nun droht dem 35-Jährigen die Hinrichtung.

Félix Dorfin wurde wegen Drogenschmuggels verurteilt
STR/EPA-EFE/REX

Félix Dorfin wurde wegen Drogenschmuggels verurteilt


Ein Gericht auf der indonesischen Insel Lombok hat den Franzosen Félix Dorfin zum Tode verurteilt. Es habe gegen den Touristen überraschend die Höchststrafe verhängt, sagte sein Anwalt.

Zur Urteilsbegründung sagte der Richter, Dorfin sei Teil eines internationalen "Drogensyndikats" und könne mit seinen Taten "jüngeren Generationen" potenziell schweren Schaden zufügen. Die Staatsanwaltschaft hatte 20 Jahre Haft für ihn gefordert.

Der 35-Jährige war im September auf dem Flughafen von Lombok mit mehr als drei Kilogramm Rauschgift in einem Koffer mit doppeltem Boden festgenommen worden. Im Januar floh er aus dem Gefängnis, wurde nach elf Tagen aber wieder gefasst. Sein Anwalt Deny Nur Indra sprach von einem "schockierenden Urteil". Er kündigte an, in Berufung zu gehen. Sein Mandant sei ein "Opfer". Dorfin habe den genauen Inhalt des Koffers, den er transportierte, nicht gekannt.

Lombok ist die kleinere Nachbarinsel von Bali, die inzwischen auch von vielen Ausländern besucht wird. Seit dem Amtsantritt von Präsident Joko Widodo 2014 wurden in Indonesien insgesamt 18 Todesurteile vollstreckt. Die meisten Hingerichteten waren Drogenschmuggler. Auch mehrere Ausländer sitzen im Todestrakt.

Dass an ihnen die Höchststrafe tatsächlich vollstreckt wird, kommt nur selten vor. 2015 wurden die beiden mutmaßlichen Anführer der Drogengang "Bali Nine", die Australier Andrew Chan und Myuran Sukumaran, hingerichtet.

bbr/dpa/AFP



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