Trotz internationaler Proteste Vier Drogendealer in Indonesien hingerichtet

Die EU, die Uno, Deutschland: Trotz zahlreicher Appelle hat Indonesien vier verurteilte Drogendealer hingerichtet. Die Männer wurden auf der Gefängnisinsel Nusakambangan erschossen.

Polizisten auf Nusakambangan
Getty Images

Polizisten auf Nusakambangan


Indonesien hat damit begonnen, die Todesurteile gegen insgesamt 14 Drogenhändler zu vollstrecken: In der Nacht zu Freitag wurden vier Männer von einem Erschießungskommando auf der Gefängnisinsel Nusakambangan getötet, wie die lokalen Fernsehsender TV One und Metro TV berichteten. Nach Angaben eines Justizmitarbeiters handelte es sich um drei Nigerianer und einen Indonesier.

Erst vor wenigen Tagen hatten die Europäische Union, Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon sowie die deutsche Bundesregierung an Indonesien appelliert, auf die angekündigten Hinrichtungen zu verzichten. Dass am Freitag zehn der insgesamt 14 Todesurteile nicht vollstreckt wurden, lag womöglich an einem heftigen Sturm am Ort der Hinrichtungen.

Deutschland lehnt die Todesstrafe grundsätzlich ab. Die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Bärbel Kofler, verwies auf Berichte von Menschenrechtlern, wonach manche Geständnisse in Indonesien möglicherweise durch Folter erzwungen wurden.

Indonesien zählt zu den Ländern mit den strengsten Drogengesetzen weltweit. Die Regierung des Inselstaates mit mehr als 240 Millionen Einwohnern in Südostasien glaubt, das Drogenproblem nur mit drakonischen Strafen in den Griff zu bekommen. Aktuell sitzen in Indonesien mindestens 121 Menschen in Todeszellen, fast alle wegen Drogendelikten.

aar/dpa/AFP



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